China will eigene Satellitennavigation statt Galileo

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Das europäische Galileo-Konsortium rechnete fest mit den Chinesen. Die aber haben inzwischen eigene Pläne.

China hat bereits das eigenen Satellitennavigationssystem ‘”Beidou” – eine 35-Satelliten-Konstellation – das aber ursprünglich nur militärisch genutzt werden sollte. Die chinesische Regierung “öffnet” es jetzt für die private Nutzung durch die eigenen Bürger und andere Regierungen, die sich zu Verträgen mit China entschließen können.
Da China 200 Millionen Euro zu den 2,5 Milliarden Kosten für die europäische Satellitennavigation Galileo beigetragen hatte, rechneten die Galileo-Manager fest mit chinesischen Umsätzen. Das Geld aber möchte die chinesische Regierung in die eigenen Taschen lenken, so Dean Cheng von der Denkfabrik CNA Corporation gegenüber dem New Scientist: “Die Regierung probiert, wie Geld aus dem System zu holen ist. So könnte eine Spedition zum Beispiel überredet werden, Beidou zu nutzen, wenn sie einen Frachtvertrag haben möchte.”
Zusammen mit dem US-amerikanischen GPS gäbe es dann drei öffentlich verfügbare Satellitennavigationssysteme mit bislang nicht kompatiblen Empfängern. Das sei aber kein Problem für Galileo, meint EU-Sprecher Michele Cercone: “Im entstehenden globalen Markt der Satellitennavigation wird Platz sein für all diese Initiativen. Wir sind zuversichtlich, dass Galileo darin seinen verdienten Platz einnehmen wird.”
Schadenfroh hingegen äußerte sich ein amerikanischer Regierungssprecher: “Um ehrlich zu sein, Chinas Verhalten gegenüber Europa ist kaum anders, als Europa sich gegenüber uns verhalten hat, als GPS vor einem Jahrzehnt noch der einzige Spieler auf dem Platz war.” (Nick Farrell/bk)

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New Scientist