Phishing-Ermittlungen: BKA-Fahnder müssen Daten bei ausländischen Kollegen einholen

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Überbordender Datenschutz in Deutschland zwingt die Kripo-Beamten, bei der Aufklärungsarbeit in Phishing- und anderen Online-Betrugsfällen beim Interpol-Netzwerk nach Daten zu fragen.

Über persönliche Kontakte zu Interpol-Kollegen würden sich die Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes ihre Verbindungsdaten besorgen – ein “Interpol 24/7-Netzwerk” biete IP-Adressen und Logdateien, berichtet internet.com-Autorin Nicola D. Schmidt.

Mirko Manske, Kriminalhauptkommissar für die “SO 43 – IuK-Kriminalität”, sagte gestern in München: “Am besten nutzt man persönliche Kontakte und beachtet regionale Unterschiede: In Großbritannien muss man mit Fällen unter 7.500 Euro gar nicht anrufen, das gilt dort als Bagatelle.”

Der grenzüberschreitende Geldtransfer der Phisher sei für BKA-Beamte oft ein Problem. Wegen mangelnder Kompetenzen oder geschützter Daten könne man eben nicht mal schnell eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern Da seien die internationalen Kontakte durchaus hilfreich: Das “Übereinkommen über Computerkriminalität” des Europarates erlaube den Austausch von Daten über IP-Adressen und Logdateien, die Kollegen wüssten zudem, wie man gefakte Websites abschaltet und Verbindungsdaten sichert. “Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut”, erklärt Manske. So kommen schnell die Daten hinter entsprechenden Finanztransaktionen in Europa heraus und helfen, das internationale Computerverbrechen ein wenig einzudämmen. (mk)

Informationen über das Europol-Informationssystem können Interessierte hier erwerben (British Library, Huethig-Verlag)

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