Kriminologen: Piraterie-Zahlen frei erfunden

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Gewusst haben wir das immer, aber jetzt steht es in einem Berichtsentwurf des australischen Instituts für Kriminologie: Die Urheberrechtsverwerter arbeiten mit völlig überzogenen Raubkopier-Statistiken, um Regierungen zu überzeugen.

Eine “eigennützige Übertreibung” sieht der Bericht in den Piraten-Statistiken, die “nicht verifiziert und erkenntnistheoretisch nicht verlässlich” sind. Der durchgesickerte Report landete bei einer australischen Zeitung, die die aufschlussreichsten Passagen daraus zitierte. So heißt es zum Beispiel, die Copyright-Inhaber hätten es versäumt zu erklären, wie sie zu den Zahlen über finanzielle Verluste kommen, die sie bei Lobby-Aktivitäten und in Gerichtsverhandlungen verwenden.
Alex Malik verfasste den Bericht im Auftrag des australischen Justizministers. Er wies auch Behauptungen zurück, Urheberrechtsverletzungen stünden in Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen: Es gebe keine Belege für die behaupteten Verbindungen zwischen Raubkopierern und organisiertem Verbrechen – oder niemand hätte sie finden können.
Seit der Berichtsentwurf durchgesickert ist, sieht es allerdings nach einer Verwässerung des endgültigen Berichts aus. Russel Smith, Oberkriminologe des Instituts, sprach inzwischen von “einem frühen Entwurf”, der noch “redigiert” werde. Begriffe wie “Übertreibung” würden darin nicht mehr vorkommen, weil sie ungenau seien. Deshalb bleibt es nicht weniger wahr – und es ist immerhin schön, dass uns das jemand ganz offiziell sagen wollte. (Nick Farrell/bk)

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The Australian