Warum sich Google eine Prozesslawine kaufte (Kommentar)

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INQ_GooglePläne.jpg Google bezahlt für das YouTube-Rechtsrisiko, unkte schon die Financial Times. Nun toben die Google-Mannen im Expresstempo durch die Welt, um mit Medienunternehmen gütliche Einigungen zu erzielen – und auch gleich (Film-) Material für YouTube einzukaufen.

Wie Fred von Lohmann von der Electronic Frontier Foundation vorher befürchtete, wird das Video-Sozialnetzwerk zum Testfall für die ganze Branche: Wie halten wir es mit den Urheberrechten, wann wollen und können wir wen für wieviel verklagen? Jeder erinnert sich an den berühmten Fall von Napster. Die Übernahme durch Bertelsmann endete in der Beinahe-Katastrophe, der Konzern verlor viel Geld, viele Verfahren und fast die ganze Millionenkundschaft. Heute ist Napster nur ein kleiner legaler Me-too-Songshop und war sicher den ganzen Ärger nicht Wert.
Aber Google will ja nicht böse sein, nicht die illegale Schiene fahren, sondern seiner Community beweisen, dass die Firma ein großes Herz hat und für die Interessen der Fans kämpfen kann – und wird. Es dürfte ohnehin kaum jemand so eine Chuzpe haben, sich wissentlich eine solche Herausforderung anzulachen. Wenn die das gewinnen und damit die Loyalität der Millionen-Community für immer gewinnen, könnte das im Nachhinein eine der mutigsten und genialsten Business-Entscheidungen des Jahrzehnts gewesen sein. Falls YouTube dann (in ein paar Jahren) erstmal eine Milliarde Nutzer hat, waren die paar Milliarden Investment durchaus gut angelegt. (rm)

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