Echtzeit-Online-Spiel: Mexikaner jagen in Texas

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Eigentlich meint es der texanische Gouverneur Rick Perry gar nicht so spielerisch. Er ließ Webcams an der texanischen Grenze installieren und rief seine Mitbürger auf, online nach verdächtigen mexikanischen Eindringlingen Ausschau zu halten.

Bereits im Sommer hatte der republikanische Politiker angekündigt, 5 Millionen Dollar für sein Lieblingsspiel auszugeben. Bislang wurden 15 Kameras installiert und von Staatsbediensteten überwacht. Die Aufnahmen von 8 Kameras kommen dem angehenden Bürgerwehr-Rollenspieler jetzt per Internet ins Haus, damit er rund um die Uhr nach Verdächtigen Ausschau halten und seine Beobachtungen dann per E-Mail der Polizei mitteilen kann. Wer es nicht so mit E-Mail und Buchstaben hat, kann sich auch an eine dafür eingerichtete Telefon-Hotline wenden.
Fürs erste scheiterte die große Überwachungs-Show aber an tumben technischen Problemen. Die Bilder kamen nicht in allen Browsern an. Wenn doch, waren sie so grobkörnig, dass die Guten nicht von den Bösen zu unterscheiden waren.
Zumindest die technischen Probleme sah der Gouverneur gelassen: “Der Computer meiner Frau hat heute morgen auch nicht funktioniert.” Er bestritt im übrigen, dass die ganze Aktion auch nur entfernt etwas mit seiner anstehenden Wiederwahl zu tun haben könnte.
Wer an der fröhlichen Jagd teilnehmen will – pardon, dem “Virtuellen Nachbarschafts-Grenzüberwachungsprogramm” – muss sich erstmal ordentlich registrieren. Und er sollte das lieber nicht erst mit einem anderen Browser als dem von Microsoft versuchen: “Der Microsoft Internet Explorer ist erforderlich, um diese Web-Site zu benutzen. Firefox wird nicht unterstützt.”
Die mit den großen Hüten in Texas wissen eben noch, was richtig und was falsch ist. (bk)

Sidney Morning Herald

Texas Borderwatch