Bilanzbetrug: CA-Chef fährt 12 Jahre ein

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Er erfand den “35-Tage-Monat”, verrechnete sich um Milliarden und kassierte dafür dicke Bonuszahlungen. Und jetzt noch 12 Jahre Knast.

Sanjay Kumar war Chef von “Computer Associates”, die es inzwischen vorgezogen haben, sich in CA umzubenennen. Die auf Sicherheitssysteme und Datenbankmanagement spezialisierte Firma hatte bereits 1989 als erste Softwarefirma einen Umsatz von einer Milliarde US-Dollar erzielt. Sie beschäftigt noch immer weltweit 15.000 Mitarbeiter. In den Jahren 2000 bis 2006 musste sie wiederholt ihre verlautbarten Einnahmen korrigieren.
Kumar brachte seinen Vertriebsleuten bei, Verkaufsabschlüsse nach Quartalsende noch in das abgelaufene Quartal einzurechnen und dafür die Zeitangabe von Fax-Dokumenten zu entfernen. Er selbst flog sogar einmal im Firmenjet nach Paris, um einen 19-Millionen-Dollar-Deal einzufädeln und einen rückdatierten Vertrag zu unterzeichnen. Insgesamt wurden Umsätze in Höhe von über 2 Milliarden Dollar zu früh verbucht.
Diese Praxis wurde schließlich als 35-Tage-Monat bekannt. Sie führte dazu, dass die Umsatzzahlen der Firma stets den “Erwartungen” der Analysten entsprachen, um Investoren und Aktionäre glücklich zu machen. Die Top-Manager der Firma wiederum durften sich großzügige Boni auszahlen lassen.
Als er erwischt wurde, belog Kumar die Ermittler und versuchte Zeugen zu beeinflussen, was ihm der Richter besonders verübelte. Am 27. Februar wird er seinen Wohnsitz verlegen. (Tom Sanders/Nick Farrell/bk)

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