Essay von Phil Muncaster
Der große IT-Wandel

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IT-Firmen werden immer stärker von Consumer-Technik geprägt. Herkömmliche Grenzen zwischen Consumer und Business lösen sich auf.

Produktinflation bei Google

Essay von Phil Muncaster

Photo: 2006 JupiterImages Corporation

Es gibt Ereignisse, die heute schon die IT-Welt von morgen prägen. Googles Erfolgskurve ist ein Beispiel dafür. Für IT-Journalisten ist das eine aufregende Zeit,denn ein paar große Namen bringen Bälle ins Rollen, die sich an keine Spielfeldgrenzen mehr halten.

Den ersten Schuss über die Linie lieferte Web-Gigant Google. Und der Ball ist nicht mehr zu stoppen. Er rollt mitten hinein in Marktplätze, wo die etablierten Betreiber auf Bergen von Geldscheinen thronen, ihre Zigarren rauchen und zusehen, wie der Profit sich vermehrt. Doch nicht mehr lange.
Zuerst ging es bei Google nur um die Suche, dann kam die Preisvergleichs-Seite Froogle, dann Karten, E-Mail, Instant Messaging, Blogging-Tools, WiFi-Zugriff, Foto-Sharing, Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Tut mir leid, wenn ich etwas vergessen habe, aber ich habe nur 500 Wörter zur Verfügung.


Fremde mischen bei IT mit

Essay von Phil Muncaster

Angestellte beschwatzen die IT-Admins
Die meisten dieser Dienste sind kostenlos. Ganz allmählich drängen sie sich in die Unternehmen. Man könnte diesen Trend Consumerisierung nennen. Diese Wortneuschöpfung bezeichnet, salopp ausgedrückt, ein von den meisten IT-Managern verachtetes Phänomen. Die Angestellten beschwatzen die IT-Leute, sie mögen ihnen doch erlauben, all netten Dinge, die sie zu Hause haben, auch im Büro nutzen zu dürfen.

Dieser Trend hat den IT-Journalismus viel interessanter gemacht, weil die Grenze zwischen Verbraucher- und Unternehmensmärkten mehr und mehr verschwimmt. Und während die Anfänge dieses Trends weit in die Vergangenheit zurückgehen, erfuhr er erst in den letzten Jahren eine rasante Beschleunigung. Gartner sagt sogar voraus, dass die Mehrheit aller neuen Techniken, die Unternehmen zwischen 2007 und 2012 einführen werden, ihre Wurzeln in Anwendungen oder Geräten für Verbraucher haben.


Keine Grenzen für Nicht-IT-Firmen

Essay von Phil Muncaster

Aber zusammen mit der Consumerisierung der Unternehmens-IT machte sich ein anderer Trend bemerkbar, den man als Commodisierung bezeichnen könnte. Will heißen, auch Nicht-IT-Unternehmen mischen immer mehr mit.
Reuters beispielsweise kennt jeder als großes Medienunternehmen, aber so kann man es wohl nicht mehr sehen. Seit einigen Monaten stellt die Firma unter dem Namen Reuters Messaging Instant Messaging- und Collaboration-Tools für die Finanzindustrie her. Daneben schielt Reuters auch auf andere Marktbereiche.
Nach Angaben der Firma wird damit das Ziel verfolgt, sich von der Konkurrenz abzuheben, unter anderem durch Interoperabilität mit den größeren öffentlichen IM-Clients und der Archivierung von Diskussionsforen und Chatrooms.


IT ohne Grenzen

Essay von Phil Muncaster

Guter Rat für IT-Chefs
Und dann gibt´s da noch Tesco den Wiederverkäufer, über den wir uns so gerne aufregen. Er hat ja kürzlich mit großem Getöse Einzug im Softwaremarkt gehalten. Das könnte sich als fataler Fehler herausstellen. Es könnte aber auch sein, dass Tesco wieder einmal die Kritiker verblüffen und seine Dominanz im Offline- und Online-Händlermarkt ausbauen wird.

Was uns das zeigt: Für IT- als auch für Nicht-IT-Unternehmen gibt es kaum noch Grenzen, wenn sie am Markt etabliert sind und über das nötige Kleingeld verfügen.
Den IT-Chefs sei also geraten, sich nicht von der Außenwelt abzuschotten. Denn diese Trends könnten die IT-Landschaft der Zukunft völlig umkrempeln.
(MTO)