Google rechtfertigt Internet-Zensur

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Amnesty International kritisierte die Suchmaschinenbetreiber Yahoo, Microsoft und Google für ihre Mitwirkung an Chinas Internet-Zensur. Insbesondere Google rechtfertigte sich jetzt für die bereitwillige Selbstzensur.

Bei einer UN-Konferenz in Athen schickte Google den auch als Vater des Web gerühmten Vint Cerf vor, der als Vizepräsident von Google für öffentliche Erklärungen zuständig ist. Er argumentierte, ohne die Selbstzensur seien die Online-Nutzer in China noch viel schlimmer dran:
“Wir kamen zum Schluss, dass wir den Menschen in China lieber so viele Informationen wie möglich zur Verfügung stellen durch die Suchmaschinen von Google, auch wenn wir tatsächlich durch Selbstzensur Material zurückhalten, weil uns die chinesische Regierung sagt, wir sollen es nicht öffentlich machen.”
Ausgerechnet ein Vertreter von Microsoft hielt die Fahne der Freiheit hoch. Fred Tipson sieht eine wesentliche Verschärfung der staatlichen Zensur in China und anderen Ländern. Daher sei möglicherweise bald der Punkt erreicht, ab dem es besser wäre, die bereitgestellten Dienste zu beenden.
Yang Xiaokun bekundete als Vertreter der chinesischen Regierung, das Internet werde in seinem Land überhaupt nicht zensiert. Auch seien nicht Hunderte von Journalisten in China verhaftet worden, sondern nur wenige: “Aber es gibt Kriminelle in allen Gesellschaften, die wir verhaften müssen. Doch das sind rechtliche Probleme. Das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun.”
Julien Pain von “Reporter ohne Grenzen” fasste die zunehmende Web-Zensur besonders in den sich entwickelnden Ländern zusammen:
“Vor zehn Jahren war das Internet nicht wichtig für einen afrikanischen Diktator … Jetzt ist China ein Modell für diese Länder, und ihr Modell verbreitet sich um die Welt.” (Nick Farrell/bk)

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