Weiter geht der Streit SAP versus Oracle

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INQ_SAP_Oracle.jpgDie beiden Softwareukonzerne sind dafür bekannt, sich nichts zu schenken. Zuletzt attestierten die Amerikaner den Deutschen eine schlechte Strategie, jetzt unken die Walldorfer: An Börsenwert werde man den Konkurrenten bald übertreffen.

Das Geschäft mit Unternehmenssoftware ist lukrativ und margenreich. Dementsprechend intensiv und lautstark setzen sich SAP aus Walldorf und Oracle aus Redwood Shores miteinander auseinander.
Vor einem Monat hatte Oracle-Chef Larry Ellison angesichts hervorragender Quartalszahlen getönt, SAP werde jetzt wohl seine Unternehmensstrategie umstoßen, da der deutsche Konzern offensichtlich Marktanteile an Oracle verliere. SAP widersprach und reklamierte eine “komplette Falschdarstellung”. Mit etwas überzeugenderen Argumenten kann nun SAP-Chef Henning Kagermann den verbalen Schlagabtausch fortführen: Sein Konzern könne den amerikanischen Konkurrenten bald an Börsenwert übertreffen. Wie bald? Na ja, zwei bis drei Jahre dauere es noch. So etwa schon als Erfolgsmeldung zu verkünden, wirkt etwas gewagt. SAP kommt zur Zeit auf eine Marktkapitalisierung von 63 Milliarden Dollar, Oracle ist an der Börse etwa 97 Milliarden Dollar wert. Da ist noch viel Luft dazwischen.
Während Ellison durch zahlreiche Firmenkäufe das Wachstum vorantreibt (seine Shopping-Tour kostete etwa 20 Milliarden), will SAP in erster Linie organisch wachsen, am Geschäft mit Unternehmenssoftware strickt festhalten und die Reichweite der Produkte ausweiten. Bis 2010, so plant SAP, soll sich die Kundenzahl auf 100.000 mehr als verdoppeln. Wir dürfen gespannt sein, ob das Oracle überhaupt kratzt. (rm)