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DOSSIERS

Tsunami-Warner im PC
P2P-Tsunami-Ente?

von Sascha Steinhoff 0

5000 vernetzte PCs

Tsunami-Warner im PC

Doch ein PC allein genügt nicht als Erdbeben-Warner. Das Warnsystem könnte nur funktionieren, wenn viele andere Rechner an unterschiedlichen Aufstellungsorten mit der gleichen Software arbeiten. Ähnlich wie bei dem berühmten Grid-Computing-Projekt SETI@home wären hier die brachliegenden Systemressourcen von ans Internet angeschlossenen Rechnern zusammengeschaltet. Doch anders als bei SETI@home soll die vereinte Rechenpower keine Außerirdischen aufspüren, sondern Flutwellen. Aus allen PES-Daten der angeschlossenen Rechner versucht die Software zu ermitteln, ob es sich um normale Erschütterungen handelt oder den Vorboten einer Flutwelle. Da dieses System keine Sensoren im Meer hat, kann man allerdings nur die Wahrscheinlichkeit einer Flutwelle berechnen, es fehlen Daten zur tatsächlichen Wellenhöhe.

Experten schätzen, dass man für eine ernstzunehmende Tsunamiwarnung 5000 vernetzte Rechner benötigt. Spätestens die verheerende Flutkatastrophe im Dezember 2004 im Indischen Ozean hat gezeigt, dass es in vielen Gebieten kein funktionierendes Warnsystem gibt. Eine bestehende Infrastruktur zur Tsunami-Früherkennung gibt es im hochgradig gefährdeten südostasiatischen Raum bis heute nicht. In Indonesien ist ein 50 Millionen Euro teures Alarmsystem des Geoforschungszentrums Potsdam im Bau. Es soll erst 2008 betriebsbereit sein und beschränkt sich auf Indonesien.

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