So geht’s: Wahlen fälschen mit Wahlcomputern

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Ein “Beraterfirma” bietet über ihre Website das “Korrigieren” von Wahlergebnissen an, sofern mit elektronischen Wahlmaschinen gewählt wird. Es ist vielleicht – hoffentlich – noch eine Satire. Doch da sind sich die Experten gar nicht so sicher.

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Die Firma Election Partners Ltd. verspricht die “Wählerkorrektur in Echtzeit” sowie “verbesserte spätere Nachzählung”. Durch “eine absolut aktuelle Technologie überwinden wir die Herausforderungen des Wettbewerbs und sichern die Wahlergebnisse für unsere Kunden”, versichert die flashende Website ganz geschäftsmäßig, begleitet von sanften esoterischen Klängen. Die “Wahlpartner mit beschränkter Haftung” garantieren die vollständige Kundenzufriedenheit und wollen auf ihre Bezahlung verzichten, sofern nicht in allen Wahlbezirken das gewünschte Wahlergebnis erzielt wird – es sei denn, so macht das Kleingedruckte klar, in diesem Wahlbezirk stehen keine elektronischen Wahlmaschinen.
Als Präsident der Firma meldet sich am Telefon ein Darius Parker und versichert, er habe bereits Anfragen von über 30 politischen Kampagnen erhalten.
Satire oder nicht? Immerhin kam unlängst die Software der verbreiteten Wahlmaschinen von Diebold an die Öffentlichkeit.
Die Experten tippen auf Satire, halten aber die systematische Fälschung der Wahlcomputer für absolut möglich. “Diese Dienste könnten nicht legal durchgeführt werden”, meint ein Professor Ed Felton immerhin, der sich für die Universität Princeton mit Wahlcomputern beschäftigte. “Wenn jemand das Gesetz brechen will, dann ist es im Rahmen der Möglichkeiten.”
Professor Rubin von der John Hopkins University, der den Quellcode von Diebold untersuchte, hält die Angebote ebenfalls “für durchaus möglich”.
Wer nicht genug Wahlspenden für die organisierte Wahlfälschung zur Verfügung hat, kommt mit etwas Eigeninitiative auch billiger weg. Jon Stokes hat bei Ars Technica eine ausführliche Anleitung zum Hacker-Wahlbetrug eingestellt. Nicht dass er dabei zu illegalen Aktivitäten auffordern wollte:
“Ich will niemanden auch nur im entferntesten dazu ermutigen, sich tatsächlich daran zu machen, eine Wahl zu fälschen. Dieser Artikel soll lediglich eine Einführung in all die Informationen und Techniken sein, die Wahlbetrügern bereits zur Verfügung stehen, und nicht als Anstiftung oder Hilfestellung, um ein Verbrechen zu begehen.”
Und was meint der Wähler dazu? Es gibt inzwischen eine Petition gegen Wahlcomputer. (bk)

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Ars Technica