Kein Seppuko an der Sony-Spitze

Allgemein

Gesichtsverlust in Japan: Sony entschuldigte sich in aller Form für den massenhaften Rückruf von Notebook-Akkus. Ins Schwert stürzen musste (oder wollte) sich aber keiner der Führungscrew.

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Weder Vorstandschef Howard Stringer noch Präsident Ryoji Chubachi werden zurücktreten, betonte der japanische Elektronik- und Unterhaltungskonzern gestern Abend. Statt dessen seien in Produktion, Entwicklung und Wartung der Sony-Fabriken Vorkehrungen getroffen worden, dass sich so etwas nicht wiederhole. Weltweit musste Sony bislang an die 10 Millionen Lithium-Akkus zurückrufen, da sie zu hitzigem Temperament, explosiven Ausbrüchen und feurigen Einlagen neigten (siehe Linqs unten).
“Wir möchten die Gelegenheit nutzen, uns für die Sorgen zu entschuldigen”, brachte Sony-Manager Yutaka Nakagawa eisern über die Lippen und verneigte sich gemeinsam mit zwei Kollegen bei einer Pressekonferenz in einem Tokioter Hotel. Die Manager verbeugten sich sitzend und nicht stehend, wie es eigentlich üblich ist für japanische Geschäftsleute, die öffentlich Fehler eingestehen. Ein Fehler, der mit geschätzten 340 Millionen Euro auf die Bilanz durchschlägt. Vom Image-Schaden ganz abgesehen, von dem John Yang von Standard & Poor’s in Tokio ausgeht. Hinzu kommen möglicherweise Schadenersatzforderungen von verärgerten Kunden. Die japanischen Kollegen von Toshiba und Fujitsu hatten solche Gedanken bereits angekündigt. Trotz der Probleme, verursacht angeblich durch mikroskopisch kleine Metallsplitter in der Zelle (kann zum Kurzschluss führen), will Sony am Geschäft mit Akku-Modulen festhalten. (rm)

Das Drama in Linq-Schritten:

Linq Akku-Desaster – Sony blutet

Linq Fujitsu will nun auch seine Sony-Akkus zurückhaben

Linq HP ignoriert alle Akku-Probleme

Linq Toshiba, Fujitsu und Sony wollen ihre Akkus zurück

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et cetera, et cetera