Aktuelle CPUs für alte Software
Licht am Ende des Tunnels für Itanium?

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Martin Banks beschäftigt sich mit der Frage, ob eine Namensänderung in der Lage wäre, die umstrittene Rolle des Itanium-Chips in den Köpfen von IT-Managern etwas klarer erscheinen zu lassen. Mit den passenden Tools kann “Itanic” (Branchenspott) viel mehr, als ihm zugetraut wird.

Schnellere Legacy-Anwendungen durch Itanium-Tool

Aktuelle CPUs für alte Software

Angenommen, Intel würde den Namen seines Chips von Itanium in Chamäleon ändern, würde sich dann der Ruf des Chips bei Käufern und Kritikern zum Besseren wenden? Auf diese skurrile Idee kam ich durch eine Ankündigung vor Kurzem auf dem Intel Developer Forum (IDF). Ein neues Software-Tool von Transitive verspricht, jede Solaris-on-Sparc-Anwendung auf einem Itanium-Server auszuführen, ohne dass die Software de facto darauf portiert werden muss.

Pat Gelsinger, Intels Mann für Server, war verständlicherweise auf der IDF bestrebt, die Teilnehmer möglichst gründlich von dieser Fähigkeit in Kenntnis zu setzen – vor allem, weil er gleichzeitig in Anspruch nehmen konnte, dass der Itanium die Anwendungen schneller ausführte als die Sun-eigenen Sparc-Chips.

Die Fähigkeit, Solaris-Anwendungen abzuspielen, könnte den Markt für den Chip drastisch erweitern. Das Tool von Transitive könnte das Licht am Ende eines langen unendlich dunklen Tunnels sein, durch den sich Itanium bis dato hindurchgequält hat.


“Chamäleon” integriert “alte Software-Hasen” in neue Felder

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Würde man den Chip also in Chamäleon umtaufen, um zu unterstreichen, dass er nicht nur Solaris-Anwendungen ausführen, sondern auch native OpenVMS- und Tandem NonStop-Plattformen hosten kann, könnte er doch noch Chancen haben. Die Käufer würden vielleicht wahrnehmen, dass er neben dem Hosten von Legacy-Anwendungen auf betagten Betriebssystemen eine klar definierte Rolle übernimmt.

Natürlich ist ein Betriebssystem nur deshalb, weil es nicht mehr zeitgemäß ist, nicht völlig nutzlos. In der Tat zeigen die Oldtimer den Youngsters aus der Welt der Web-Services durchaus gelegentlich, wie man mit großen Systemen gekonnt umgeht.

NonStop ist schon recht vielversprechend im Hinblick auf eine sichere Management-Umgebung für große webbasierte Umgebungen. Es werden nicht die Frontends ausgeführt, sondern alle Systeme verwaltet, die die Dreckarbeit machen müssen. Und Open VMS hat bereits eine lange erfolgreiche Karriere als Host-Umgebung für große und schnelle Transaktionsmanagement-Applikationen hinter sich. Genau das sind nämlich die Charakteristiken, die webbasierte Unternehmen dringend brauchen.


Itanium als Tausendsassa für virtuelles Computing

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Don Jenkins, HPs Vizechef des Ressorts Marketing geschäftskritischer Anwendungen, setzte mit den virtuellen Anwendungen noch eins drauf. Die Server-Virtualisierung hat sich bereits zu einem wichtigen Trend entwickelt, vor allem wenn sie mit konsolidierter Hardware in zentralen Datenzentren gekoppelt und das Angebot servicebasiert ist.

Noch ist es reine Spekulation, aber eine einzige Prozessorfamilie, die sich – wie ein Chamäleon – Unix-, Linux-, Windows-, NONStop-, Open VMS- und Solaris-Anwendungen anpasst, könnte schon ein Renner werden. Und wenn solche Anwendungen und Dienste dann als virtuelle Server-Anwendungen verfügbar wären, die von einem umfassenden Managementsystem bereitgestellt und in Service-Einheiten angeboten werden, wäre mit einem Schlag ein hoher Grad an Flexibilität erreicht für Anwender, deren Ziel es ist, einen noch höheren Level von Agilität mit ihrer Firma zu erreichen.