So gelingt der VoIP-Einstieg
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Die Installation eines VoIP-Telefons kann tückisch sein. Wir zeigen, wie Sie Ihre Hardware sicher zum Laufen bekommen.

Ersten Schritte zur VoIP-Telefonie

So gelingt der VoIP-Einstieg

Zuerst muss das VoIP-Gerät mit Netzwerk und Internet verbunden werden. Telefone mit Anschluss per Netzwerkkabel beziehen über den DHCP-Server nach dem Anstecken am Netz die notwendige IP-Adresse automatisch. Bei WLAN-Telefonen müssen erst die WLAN-Zugangsdaten über das Display des Telefons eingegeben werden.

Tipp: Versteckte ID ausschalten

Die WLAN-Telefone suchen automatisch nach den verfügbaren Funknetzen und erlauben es oft nicht, den Namen (SSID) des WLAN-Zugangspunkts direkt einzugeben, wenn der Access-Point diesen nicht übermittelt. Wird der gewünschte WLAN-Router oder Access-Point nicht gefunden, muss vor der Installation die Option »Versteckte ID« am Router ausgeschaltet werden.

Bild: Die WLAN-Geräte suchen automatisch die vorhandenen Funknetze


Mit VoIP-Provider verbinden

So gelingt der VoIP-Einstieg

Steht der Internet-Zugang, muss die Hardware mit dem VoIP-Provider verbunden werden. Der VoIP-Service-Anbieter stellt die Verbindung (Gateway) zwischen dem Endgerät des Nutzers und den Gesprächspartnern im Internet und Festnetz her und ordnet der IP-Adresse des Nutzers eine frei zugängliche Telefonnummer zu.

Das Kommunikationsprotokoll teilt die VoIP-Provider dabei derzeit in zwei Lager: Die meisten Anbieter setzen auf das standardisierte SIP-Protokoll (siehe Übersicht rechts). VoIP-Veteran Skype setzt dagegen auf sein eigenes proprietäres Protokoll auf. Während bei Skype-Hardware die Eingabe des Nutzernamens und Passworts ausreicht, müssen für die SIP-Verbindung komplexe Parameter vorgegeben werden. Oftmals liefern die DSL- oder VoIP-Anbieter ihre Geräte deshalb bereits vorkonfiguriert zum Anwender. Spätestens jedoch, wenn es darum geht, die Hardware für einen anderen Internet-Telefonie-Provider einzurichten, müssen Sie sich mit den Eingaben auseinander setzen.

Tipp: Anleitung vom VoIP-Provider

Die VoIP-Provider wie Sipgate oder Voipgate stellen auf ihren Internet-Sites Installations-Anleitungen bereit, die sich mit der Konfiguration der SIP-Daten befassen. Ist die Beschreibung für das eigene Gerät oder ein ähnliches Modell gleichen Herstellers verfügbar, kann dieser Service sehr hilfreich sein.


SIP-Zugangsdaten eingeben

So gelingt der VoIP-Einstieg

Die folgenden Eingaben erfolgen direkt über das Telefon oder bequemer über das Web-Interface. Als Erstes muss dem Gerät vorgegeben werden, bei welchem Provider es sich anmelden soll. Dazu dient die Angabe der Webadresse des Providers wie www.sipgate.de unter dem Punkt Provider, Registry oder Registrar. SIP-Geräte melden sich beim Server des SIP-Providers mit ihrer aktuell öffentlich zugänglichen IP-Adresse an. Die Zuordnung zum Nutzer erfolgt über den Benutzer- oder Authentifizierungsnamen oder auch SIP-ID, die je nach Provider als Name oder Zahlenkombination ausfällt. Das passende Passwort schaltet den Zugang frei.

Wenn ein Teilnehmer ein Gespräch anfordert, ermittelt der Proxy-Server des VoIP-Providers die aktuelle IP-Adresse des gewünschten Gesprächpartners und stellt die Verbindung her. Die Adresse des Proxy-Servers ist in der Regel identisch zur Webadresse des Providers, so dass diese ein zweites Mal eingegeben werden muss.

Tipp: Firewall überprüfen

Kommt die Verbindung zum VoIP-Provider nicht zustande, kann eine Firewall schuld sein, die notwendige Ports sperrt. Das SIP-Protokoll benötigt in der Regel den Port 5060 für den Verbindungsaufbau. Das Transport-Protokoll (RTP) nutzt dagegen den Port 5004 oder Ports im Bereich von 1024 bis 65535. Bei Problemen empfiehlt es sich, testweise die Firewall zu deaktivieren.

Tipp: NAT und Firewall umgehen

Wird die VoIP-Verbindung durch NAT-Server oder Firewalls geblockt, lässt sich mit dem Umweg über einen STUN-Server (Simple Traversal of UDP over NAT, ein Netzwerkprotokoll) eine Verbindung aufbauen. Um Probleme zu vermeiden, sollten Sie im Normalfall aber auf die Nutzung des STUN-Servers verzichten und die entsprechenden Einträge im Konfigurationsmenü frei lassen.