Microsofts Ballmer: Wie Vista in einem Big Bang entstehen sollte

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Die PR-Maschine zur Vista-Premiere läuft an. Selbst Steven A. Ballmer, oberster Exekutor der Borg, legte ein Plauderstündchen mit Reportern der New York Times ein. Und hatte wieder mal ein paar bemerkenswerte Sprüche drauf.

Selbst auf die gewagte Frage, warum Vista trotz aller Ankündigen mehr als fünf Jahre nach Windows XP erscheint, war er nicht um eine Antwort verlegen:
“Wir versuchten jedes Stück von Windows von Grund auf neu zu entwickeln in einem großen Knall. Das war die ursprüngliche Design-Philosophie nach Windows XP. Und das ging nicht voll daneben. Es ist nicht so passiert, aber es ging auch nicht voll daneben. Wir sagten damals, wir wollen ihnen ein neues Dateisystem geben und ein neues System der Grafikdarstellung und eine neue Benutzer-Schnittstelle, und das gleichzeitig. Es war nicht so, dass wir das alles hatten und nur zu integrieren versuchten. Wir versuchten es zu entwickeln und zugleich zu integrieren. Und das ging über den Stand der Technik hinaus.”
Das mit dem Stand der Technik klingt zu sehr nach einer zu dürftigen Ausrede. Wir hören schließlich alle von den Summen, die Microsoft für Forschung und Entwicklung versickern lässt. Wir wär’s mit einer ehrlichen Antwort von der Art: Wir haben noch ein bißchen gewartet, bis Apple uns wieder zeigt, wie es weitergehen soll …
Natürlich soll Windows weiter über die Hardware herrschen. Die NYT-Schreiber fragten nach, ob es mit der zunehmenden Software-Verteilung über das Internet in Zukunft überhaupt noch ein traditionelles Betriebssystem der alten Schule, ein Windows aus einem Guß geben würde. Doch dieses Windows-Konzept ließ Ballmer nicht in Frage stellen:
“Windows ist ein wenig anders, weil Windows die Hardware verwaltet. Es muss mit der Hardware kommen und die Hardware verwalten. Für das Ding, das PC genannt wird – das Ding, bei dem wir uns einen großen Bildschirm und eine Tastatur vorstellen – gibt es wirklich nur eine Infrastruktur, um die Hardware zu unterstützen, um die Entwicklung von Anwendungen zu unterstützen. Es ist nicht zu 100 Prozent aus einem Guß, aber fast zu 100 Prozent.”
Das haben wir schon lange vermutet, aber so klar wie vom Exekutor hört man es nicht oft: Windows steht weit über der Hardware, und es soll keine anderen Götter daneben geben.
Über die EU-Kommission in Brüssel, mit der Microsoft noch gelegentlich ein paar kleine Probleme hat, wollte Ballmer nicht unbedingt sprechen. Auf die Frage nach Europa bellte Ballmer: “Wunderschöne Gegend. Ich habe als Kind drei Jahre in Brüssel gelebt. Ich liebe Brüssel.” (bk)

Linq

The New York Times