Realitätsverlust? Zune soll so sein wie iPod

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Microsoft will das Apple-Geschäftsmodell nachahmen: Die Zune-Online-Plattform werde doch nicht den Besitzern anderer MP3-Player offen stehen – und der Zune-Player nicht andere Portale nutzen können. Ambitioniert oder krude Idee?

“Wir haben uns entschieden, beim Zune nur ein integriertes Angebot zu machen”, teilte Microsoft-Manager Jean-Philippe Courtois der Financial Times mit. Bedeutet: Nur mit einem Zune-Player können die Inhalte des gleichnamigen Webportals genutzt werden. Das gelte sowohl für Musik als auch Videos. Damit bestätigt er die Branchengerüchte, nachdem der weltgrößte Softwarekonzern seine Zune-Strategie gewechselt haben soll.
Bislang hatte der Konzern stets mit einem offenen System geworben und Musikanbieter eingeladen, sich dem MS-Kopierschutz- und Rechtemanagement-Standard “Plays for sure” anzuschließen. Doch nun sollen eben jene Portale wie die Deutsche-Telekom-Tochter Musicload, die “Plays for Sure” einsetzt, vom Zune-Geschäft ausgeschlossen werden. Ein sehr irritierender Schritt, denn es darf bezweifelt werden, dass Microsoft mit seinen hohen Preisen und dem nicht so überzeugenden Player dem Apple-Erfolg auch nur nahe komme. Und: Mit seinem DRM-Konzept handelte sich Apple den größten Ärger ein. Gerade diesen Fehlgriff nachzuahmen wirkt nicht besonders clever. (rm)

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