WoW: Blizzard kehrt Trojaner-Affäre unter den Teppich

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Bereits Anfang September versetzte eine bösartige Keylogging-Software die World of Warcraft-Gemeinde in Aufruhr. Spieler verloren ihre ganze Existenz: Benutzernamen und Passwort. Hersteller Blizzard sagte schnelle Hilfe zu, aber die blieb aus.

Das diebische Gesindel hinter dem Trojaner konnte sich dank der gestohlenen Daten mit den virtuellen Avataren der Spieler einloggen, verkauften deren gesamte Ausrüstung und verschoben das Geld an Dritte. Die Spieler waren ziemlich geschockt, beruhigten sich aber wieder, als Firmenvertreter den betroffenen Spielern die schnelle Lösung ihrer Probleme versprachen. Zu diesem Zeitpunkt nahm niemand die ein oder zwei verlorenen Spieltage allzu wichtig.
Doch selbst einen Monat nach dem Auftauchen des Trojaners können viele Gamer noch immer nicht wieder spielen, ihre Avatare sind noch immer nackt, wie die Natur sie hätte schaffen können, das Geld und die Ausrüstung sind offenbar für immer weg. Gilden und Raid-Gruppen werfen viele der Spieler aus ihren virtuellen Gemeinschaften, da die hereingelegten Spieler nicht mehr am Spiel teilnehmen können. Unterhaltungen mit Game Masters finden ihr trauriges Ende oft mit der Frage: “Warum legtst du dir nicht einen neuen Charakter zu?”
Niemand sagt etwas zu all der Zeit, die die geschädigten Spieler verloren haben. Die Richtlinien der Firma erlauben den Spielern keine Auszeit. Ihre Geldwerte verfallen zunehmend. Es gibt kein klares Signal, ob diese Player eine Entschädigung für ihre verlorene Zeit erhalten werden.
Besonders betroffen macht dazu, dass die Spiele-Zeitschriften geschlossen den Mund halten, was die ihren Lesern widerfahrenen Probleme angeht.
Blizzard-Vertreter haben zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht auf unsere E-Mails reagiert. (Theo Valich/bk)

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