Schweizer planen staatliche Polizei-Trojaner

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Als ob die Malware der Unterwelt nicht schon genug wäre, wollen nun auch noch die Ordnungshüter Trojaner auf uns hetzen. Zumindest auf jeden, der verächtig ist – oder so aussieht oder es irgendwann sein könnte…

Einen so kuriosen Plan können sich wohl nur die kuriosen eidgenössischen Behörden ausdenken: Die prüfen allen Ernstes den möglichen Einsatz von Trojanern, um die Verschlüsselung bei Internettelefonaten zu umgehen, berichtet die Schweizer Sonntagszeitung. Das Abhören von VoIP-Gesprächen stellt die Polizei bisher vor größere Probleme als das Abhören von herkömmlichen Telefonaten, bei denen sie einfach die Leitungen der Telefonfirmen anzapften. Doch Webgespräche werden meist verschlüsselt und häppchenweise über unterschiedliche Verbindungen durch die Weltgeschichte geschickt. Potzblitz, wie gemein!
Also hatten die Beamten einen Geistesblitz: Man schleust Datensammler direkt in die Systeme zum Beispiel der Skype-Kunden ein und erhält künftig automatisch sämtliche Gesprächsmitschnitte auf dem Polizei-Server, der nur noch bei Bedarf nach Stichworten durchsucht werden muss.
Obendrein wollen die gründlichen Datensammler auch gerne die in (onlinefähigen) Notebooks integrierten Mikrofone zweckentfremden, um so die Gespräche innerhalb von Wohnungen belauschen zu können.
Und wie wollen sie die Malwar verteilen? Sie zwingen einfach die jeweiligen Internetanbieter per richterlicher Anordnung, die entpsrechenden Trojaner ihren Kunden unterzujubeln. Und Juristen sind sich nicht einmal sicher, ob das gegen Grundgesetze verstoße, denn die VoIP-Telefonie hatte ja niemand bedacht. (rm)

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