Microsoft streitet sich mit Journalisten

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Eine Kontroverse über die generelle Rolle der IT in der Wirtschaft entspinnt sich zwischen einem namhaften Branchenreporter und den Borgs. Wer wird wen überzeugen können?

Wirtschaftsjournalist Nicholas Carr, ehemals leitender Redakteur beim Harvard Business Review, prophezeit seit Jahren der IT-Industrie das gleiche Schicksal wie ehedem der Elektrik: Von den populären Heydays gehe es stetig abwärts, bis die Technik eine langweilige Durchschnittsware sei. Er empfiehlt Unternehmen, so wenig Geld, Zeit und Mühen wie möglich auf die digitalen Technologien zu verschwenden. “Seit der industriellen Revolution haben wir immer wieder infrastrukturelle Technologien bewundert. Da waren Dampf, Elektrizität, der Telegraph, Telefone, Autobahnen und nun eben auch die IT und das Internet”, wiederholte Carr soeben in London bei einer Debatte. Er glaubt, dass viele Firmen Geld verschwenden, wenn sie zu früh in eine Technologie investieren. Man müsse erst auf die Standardisierung warten und schauen, dass die Technik zum Alltagsgut geworden sei. Dann erst könne man sie gewinnbringend einsetzen.
Diese Aussagen mussten ja auf Gegenwehr stoßen: Microsoft-Vizepräsident Bob McDowell widersprach den Carr-Argumenten aufs Schärfste (naja, eher laut als scharf). Er gab allerdings zu, dass die Branche zeitweise übertrieben habe, aber deshalb gleich die ganze IT zu verdammen, sei übertrieben. Ohnehin könne heute keiner sagen, wie der Markt sich in Zukunft entwickelt. “Ich glaube, dass die Innovationskraft in den nächsten zehn Jahren eher noch zunimmt”, meint McDowell. Tja, so richtig überzeugend argumentiert ja keiner von beiden. (Robert Jaques/rm)

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