Sony: Unterhaltungselektronik stirbt

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Unser ehrwürdiger Inquirer-Gründer Mike Magee sprach in Barcelona auf der Etre 2006 mit Nobuyuki Idei, dem Vorsitzenden des Sony-Unternehmensbeirats. Der Chefberater des Konzerns (und Gründer von Quantum Leaps) machte ein paar erstaunliche Aussagen.

Idei warnt, dass die japanische Industrie für Unterhaltungselektronik stirbt (so wie es schon in Deutschland geschah). Der Prozess des Niedergangs startete schon vor 10 Jahren. Er glaubt, dass die Verbraucher eigentlich nur noch ein Gerät (Fernseher) kaufen wollen, welches alle anderen Funktionen regelt – Netzzugang, Spielen, Musik hören, Filme aufzeichnen et cetera.
Die Zeit der vielen verschiedenen Geräte ende bald und womöglich bringe Apple dank des iPod-Erfolges und der Bemühungen Richtung iTV den Durchbruch, Computer und Fernseher und Entertainment zu vereinen. Sony sei im Gespräch mit Steve Jobs, der die Firma gut kenne. So gut, dass er womöglich auch ihr Boss werden könnte (wollte?), merkt Idei an. Auch im Mobilbereich sieht er das Zusammenwachsen von Handy, Minicomputer und Spielekonsole.
Alle Firmen müssen sich wandeln. Zudem leide Japan durch die asiatischen Konkurrenten, die kräftig aufgeholt hätten. Sony sei auch deshalb in so schlechter Verfassung, weil man für die Umstrukturierung und Neupositionierung sehr viel bezahlt habe – ein Investment in die Zukunft.
Weniger Investment und mehr Ergebnis hätten die Allianzen mit Ericsson bei den Handys und Samsung bei den LC-Displays gebracht. “Ich selbst hatte die Kooperation mit einer koreanischen Firma heftig kritisiert”, gab Idei zu. (Mike Magee/rm)

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