Neue Vista-Besen kehren gut, aber nicht jeder Dreck will weg
Alte Schmutzflecken auf neuem Hochglanz-Betriebssystem

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Leistungsminderung durch alte Software auf neuen Betriebssystemen – ist sie vermeidbar?

Windows ist kein Geschirrspüler

Neue Vista-Besen kehren gut, aber nicht jeder Dreck will weg

Windows Vista – jetzt auf der Stufe von Release Candidate 1 (und bald schon auf 2) – “verfügt über ausreichend Stabilität für die Nutzung”. Darüber ist sich die überwältigende Mehrheit der begeisterten Anhänger einig. Auch ich stimme zu – vorausgesetzt, man akzeptiert, dass es Grenzen gibt. Insbesondere, dass es Dinge gibt, die einfach nicht funktionieren und es wahrscheinlich auch nie tun werden.

Software wird nicht nach den gleichen Prinzipien einer langen Lebensdauer wie z.B. ein Geschirrspüler von Miele entwickelt. Lässt man Windows 95 auf einem antiquierten 486-Prozessor laufen wird wohl alles, was man an Programmen hatte, noch immer so funktionieren, wie es ursprünglich gedacht war – aber jegliche neue Software wird wohl kaum noch in einer Version für Windows 95 angeboten werden.

Die Einführung von Vista hat viele Programme für Windows 95 im Nichts verschwinden lassen, und dorthin wird ihm auch eine ganze Menge Software folgen, die auf Windows 98 und Windows 2000 noch gut gelaufen ist. Man wird die Hardware aufrüsten und feststellen, dass ein Dienstprogramm, auf das man unbedingt angewiesen ist, jetzt zum Produktspektrum eines ganz anderen Anbieters gehört.

Normalerweise werden solche Beobachtungen von nostalgischem Lamentieren begleitet: “Oh, was ist nur mit Onfolio passiert”, jammern sie. Oder “Norton hat tolle Antivirensoftware gemacht, bevor sie aufgekauft worden sind”, oder sie schwärmen mit verklärtem Blick über die großartigen Hacker-Aktionen über Zmodem, bevor die Kommunikations- Management-Systeme Einrichtungen zur Fehlerkorrektur integriert hatten.


Weg mit altem Schrott!

Neue Vista-Besen kehren gut, aber nicht jeder Dreck will weg

Ich wünsche mir sehnlichst, dass Software viel schneller ausgemustert wird und die Leute nicht versuchen würden, alte Plattformen am Leben zu erhalten. Man stelle sich doch einfach vor, wie viel sauberer, netter und einfacher Vista wäre, wenn dessen einziger Job wäre, auf brandneu geschriebenem Vista-Code zu laufen. Man stelle sich nur vor, wie zuverlässig es sein könnte, wenn es nicht alte Treiber für veraltete Hardware-Veteranen unterstützen müsste, die von Grafikkarten bis Kommunikations-Utilities reichen und im Grunde alle auf 16Bit-Code basieren.

Ich kenne Programmierer, die meinen, das Schlimmste was je im Bereich Computersicherheit verbrochen wurde, ist ActiveX. Es wurde größtenteils deshalb geschaffen, um veraltete Programme auf neueren Betriebssystemen betreiben zu können – Programme, die Multitasking nicht verstehen wollten.


Schicksal: alter Software-Müll bleibt

Neue Vista-Besen kehren gut, aber nicht jeder Dreck will weg

Da wären wir also wieder mit all den Versprechungen für ein neues Zeitalter. Eine neue Generation soll aus den Fehlern der Vorgänger lernen – und was passiert? Man blickt zurück und versucht das Alte zu unterstützen – alle Mängel inbegriffen.

Jedesmal wird das Schlimmste zweier Welten zusammengeschustert. Damit werden die gleichen Lehren, die wir schon so oft und schmerzvoll ziehen mussten, ein weiteres Mal über Bord geworfen. Schicksal?