Zune ohne Dotcom

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Microsoft muss Medienplayer und Musikbusiness ohne die klassische Dotcom-Adresse starten. Denn Zune.com ist seit 1998 die Baustelle eines Engländers.

Die Borg werden Zune mit einer Multi-Trillionen-Dollar-Kampagne starten, aber die traditionellen Dotcom-Domains konnten sie noch nicht assimilieren. Antonio Nogales kam ihnen zuvor, der schon acht Jahre an seiner Seite www.zune.com baut. “Willkommen bei Zune.com”, sagte die Seite vor schwarzem Trauer-Hintergrund. “Hier wird gebaut.” Unter der bei Network Solutions eingetragenen Telefonnummer ist Nogales nicht erreichbar
“Sie haben es verpatzt”, meinte ein Sprecher des Domainhändlers Sedo. “Sie kamen nicht schnell genug aus den Startlöchern.” Bei Sedo könnte sich Microsoft immerhin noch Zunemarketplace.com für lächerliche 1.499 Dollar holen.
Firmen gehen oft davon aus, dass ihnen zu einer Marke ohnehin gleich alle Domains gehören. Da ist jedoch nicht grundsätzlich der Fall, da ein Domaininhaber berechtigte Gründe haben kann, eine Web-Domain für schon länger bestehende Zwecke zu nutzen. Kommt es zum Streit, wird die Angelegenheit daher nicht selten außergerichtlich gelöst.
“Sie wollen diese Domain auf jeden Fall”, sagen die Leute von Sedo und verweisen darauf, dass der Inhaber einer Zune-Domain alles Mögliche in seine Site stellen könnte, was den Marketing-Bemühungen der Borg zuwider liefe: “Ob mit Zuckerbrot oder Peitsche, Microsoft wird die Domain bekommen.”
In der Ankündigungsphase für Zune wich Microsoft auf Zunecoming.com aus. Danach steigen sie auf Zune.net um, das die Firma auch erst vor kurzem registrierte. So richtig Zune macht es ja noch nicht. (Nick Farrell/bk)

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