Carly Fiorina: Ich ging durch die Hölle bei HP

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Die HP-Affären weiten sich zu einer endlosen Seifenoper. Während sich ihre auch schon geschasste Nachfolgerin dieser Tage bei der Polizei zu melden hat, erzählt Ex-Vorstandsvorsitzende Carly Fiorina vom alltäglichen Intrigantenstadl im HP-Imperium.

Jeder hat schon zickige Kollegen in Büros erlebt, wo man immer Gefahr läuft, gleich ein Messer im Rücken zu haben, wie vorbildlich man selbst sich auch immer verhält. Es kann aber wohl kaum eine dysfunktionalere Bürofamilie geben als die von Carly Fiorina auf den gut 300 Seiten ihrer HP-Memoiren beschriebene. Müssen wir erwähnen, das kaum einer aus dem Personal der HP-Chefetage dabei gut wegkommt? Und wir gratulieren der gnädigen Dame ganz herzlich – einen besseren Zeitpunkt für die Veröffentlichung hätte sie sich auch kaum aussuchen können. Die bereits im Februar 2005 Gefeuerte gibt sich selbst als falsch verstandene, in Kämpfe verstrickte, aber aufrichtige Heldin.
“Tough Choices” heißt das Werk um die schwierigen und problematischen Entscheidungen bei HP. Feige waren die Entscheider auch noch. Als sie sich zum Rausschmiss von Carly durchgerungen hatten, verdrückten sie sich ganz schnell:
“Als ich die Tür öffnete und wahrnahm, dass alle bis auf zwei Mitglieder des Vorstands gegangen waren, wusste ich, dass sie mich gefeuert hatten”, schreibt Carly Fiorina. “Am Ende hatten die Vorstandsmitglieder nicht den Mut, mir in die Augen zu sehen.”
Amazon (oder der rätselhafte Algorithmus, den die verwenden) gibt eine nette Empfehlung für das perfekte Begleitbuch zum HP-Schmöker: “Imperium” von Robert Harris, ein Roman um politische Querelen im alten Rom. (Martin Veitch/bk)

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