Tot oder Trend? Spielfilme via Spezialbrille

Allgemein

Die Shutter-Brille kommt bald wieder – nur diesmal ohne Interlace-LCD, sondern auf Laserbasis und gleich fett in 3D.

INQ_3Dbrille.jpg
ezVisionAnimate.gif

Forscher der Washington University wollen eine Brille entwickelt haben, die mit Hilfe von Laserstrahlen detailreiche Bilder in drei Dimensionen zeigen. Die Signale eines Videospielers setzt ein Wandler in der Brille in Laserstrahlen um, die durch den Bügel laufen. Mit dem Signal gesteuerte Linsen sortieren die Laser so, dass sie ein Bewegtbild erzeugen können. Am anderen Ende des Bügels baut der Laser Bildpunkt für Bildpunkt eine kleine Filmleinwand auf der Innenseite des Glases auf. Durch geschickte Steuerung werden die Augen abwechselnd mit optischen Reizen versorgt und sehen das Video so in räumlicher Tiefe.
Noch haben die Wissenschaftler keinen Prototypen vozuweisen. Bereits im Handel erhältlich ist dagegen der 2D-Vorläufer, die Video iWear-Brillen (2. Bild), die es für 300 Dollar in den USA zu kaufen gibt. Das Topmodell gibt Videos aller möglichen Filmquellen wieder, ob von DVD-Player, Video-iPod, Computer, Konsole oder Multimedia-Handy. Auf der Innenseite der Brille sind flimmerfreie Bilder in einer Auflösung von 230.000 Bildpunkten zu sehen. Die batteriebetriebene Brille zeigt die Videos, als würden sie auf einem zwei Meter entfernten, knapp 90 Zentimeter großen Bildschirm laufen. 3D wirkt das Bild dagegen nur, sofern der Film selbst in 3D produziert wurde.
Nachteil des iWear-Modells: sein Träger ist blind für die Umwelt, da das Display nicht transparent ist. Genau diese Möglichkeit bietet ein Prototyp des Hersteller Lumus, den die Firma jüngst auf einer Konferenz der Society for Information Display vorstellte. Das nur 30 Gramm leichte Modell PD-20 sieht wie eine herkömmliche Brille aus (oberes Bild), nur an der Seite eines Bügels sitzt ein Display, das einkommende Videosignale auf die Innenseite der Brillengläser überträgt. Möglich wird das durch in die Gläser eingearbeitete Mikrospiegel, die alle Videobilder vergrößern und dadurch dem Betrachter einen großen Bildschirm vorgaukeln. Farbfilme sollen ruckel- und flimmerfrei zu sehen sein. Mit einem zweiten LCD auf dem anderen Bügel wären künftig auch 3-D-Darstellungen möglich. (rm)