HD-Daten per Stromkabel jetzt mit Turbo

Allgemein

Wer HD-Inhalte zwischen verschiedenen Geräten bewegen will, nicht die richtige Kabel-Infrastruktur hat und auch mit Wi-Fi nicht die nötige Bandbreite bekommt, der hat ein Problem. Die Alternative Powerline Ethernet (PLE) verspricht mit bis zu 200 Mbit/s mehr als genug für alle aktuellen High-Density-Formate.

Ein Dutzend Mitglieder der Netzwerkbranche haben sich zur HomePlug Alliance verbündet, und die haben jetzt neue Normenvorgaben für die Vernetzung per Stromkabel herausgebracht. Diese Norm “HD AV” soll weniger anfällig für Geräusche sein, die von diversen Geräten im Haushalt ausgehen können. Der Videostream soll also nicht durch den Haartrockner oder ein angeknipstes Licht unterbrochen werden.
Die neuen 200-Mbit-Produkte sollen ab nächster Woche ausgeliefert werden. Die neuen Geräte sollen die AV-Kennzeichnung der HPA tragen. Meiden sollte man wohl eher die alten “Ultra Speed”-Geräte, die nur 84 Mbit/s brachten. Interessanterweise liefern Netgear und Devolo die HPA-AV-Geräte zuerst nach Euroland, was eigentlich ungewöhnlich ist, da in Europa 230 Volt üblich sind im Vergleich zu den Powerline-freundlicheren 110 Volt.
Bevor jetzt jemand wie unser geneigter kommentierender Leser Crishan herumtrollt und vielleicht meint, Geräte mit bis zu 200 Mbit/s gibt es doch schon soooo lange – wissen wir auch, aber so richtig ausgereift waren sie nicht, es fehlten Standard und Zertifizierung. Daher waren sie für diesen Zweck nur begrenzt brauchbar, wie eine Kundenrezension bei Amazon anschaulich beschreibt:

“Habe mir 4 Adapter zugelegt um mein Showcenter, Computer usw. miteinander zu verbinden.
Die Adapter erkennen sich auch untereinander. So weit so gut.
Als ich allerdings versuchte den verschiedenen Adapter unterschiedliche Prioritäten zu geben (QoS) war es gelinde gesagt nicht von Erfolg gekrönt. Mein Rechner verabschiedete sich direkt in einen Blue-Screen. Auch konnte ich mir keine Filme über mein Showcenter anschauen. Es ruckelte so, dass man nach 3 Min. schon keine Lust mehr hatte. Und das bei Filmen die mit ca. 3,5 MBit abgespielt wurden.
Anscheinend muß noch eine Menge bei der Software-Steuerung nachgebessert werden.
Der Support des Herstellers hatte mit dem Produkt noch keinerlei Erfahrung.
Sobald diese Probleme gelößt sind, könnte es sich um eine wirkliche Alternative zu MicroLink handeln.”

Bleibt zu hoffen, dass die neuen Normvorgaben ungetrübte Unterhaltung ohne Bluescreens und Ruckeln ermöglichen. (Theo Valich aus San Francisco/bk)

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