HP-Bosse waschen Hände in Unschuld

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Sie wollen sich die verräterische Tinte von den Händen waschen, doch der Spionageskandal hält länger als der Ausdruck eines Tintenstrahlers von Hewlett-Packard. Bei einer Anhörung vor dem US-Kongress versuchten es die Hauptverantworlichen mit schlappen Ausreden. Die Chefanwältin des Konzerns schlug sich schon vorher in die Büsche.

Kurz vor ihrer erwarteten Aussage trat Ann Baskins, oberste Juristin bei HP, von ihrem Posten zurück. Die Aussage vor dem Untersuchtungsausschuss des US-Kongresses verweigerte sie dann mit der Begründung, sie könne sich damit ja vielleicht selbst belasten. Eine solche Zeugnisverweigerung erlaubt der fünfte Verfassungszusatz der USA – daher heißt es im Gerichtsjargon auch, “den Fünften nehmen”. Im allgemeinen wird dieses Recht auf Zeugnisverweigerung nur bei wirklich schwerwiegenden Belastungen in Anspruch genommen. Die HP-Chefanwältin wird dürfte also gut gewusst haben, warum sie diesen Ausweg wählte. Insgesamt nahmen zehn der vorgeladenen HP-Leute “den Fünften”.
Der Rest der HP-Bande versuchte es mit Verharmlosungen, wie wir sie schon vorher gehört haben. Sie drückten zwar ihr Bedauern aus, aber keiner von ihnen wollte eine direkte Verantwortung für die Schnüffelaktionen übernehmen, die sich auch gegen Journalisten richtete.
“Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß”, eierte die frühere Vorstandsvorsitzende Patricia Dunn herum, “dann hätte ich ein paar einzelne Dinge ganz anders gehandhabt.” Trotzig erklärte sie vor dem Ausschuss: “Ich akzeptiere keine persönliche Verantwortung für das, was geschehen ist.”
“Ich wünschte, ich hätte mehr Fragen gestellt”, meinte der noch amtierende Firmenchef Hurd. “Da waren Anzeichen, auf die ich besser hätte achten sollen.” Er gab sogar noch etwas zu: “Ich hätte in der Lage sein sollen, es mitzubekommen, aber das habe ich nicht.”
Das klingt aber wie: Mein Hund hat meine Hausaufgaben gefressen – ich habs leider nicht rechtzeitig gesehen. (bk)

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