BenQ Mobile ist tot – es lebe BenQ!

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Schon einen Tag nach der Ankündigung ging der Insolvenzantrag beim Amtsgericht München ein. Dafür stiegen die Aktien des Mutterkonzerns BenQ an der Börse in Taipeh um mehr als sechs Prozent. Weit weniger begeistert als die Aktionäre sind die 3000 Mitarbeiter der ehemaligen Siemens-Tochter, die befürchten müssen, bald nach Hause geschickt zu werden.

Die taiwanesische Firma BenQ hatte die Mobilfunktochter von Siemens erst im Juni 2005 übernommen und die langjährige Weiterführung versprochen. Jetzt wird BenQ das mobile Geschäft aber doch nur aus Asien betreiben. Die restlichen paar Euros der deutschen Tochterfirma reichen natürlich nicht mehr, um die Mitarbeiter zu bezahlen – das Kapital beträgt nur schlappe 25.000 Euro. Zuvor hat BenQ aus Deutschland Know-how für etwa eine Milliarde Euro abgezogen, meint der Betriebsrat dazu, der darin ein Zusammanspiel von Siemens und Benq sieht. “Von vornherein waren beide Verhandlungspartner auf die Entsorgung der deutschen Mitarbeiter aus, anstatt sich um die Sanierung des Unternehmens zu kümmen”, heißt es in einem Brief des Betriebsrats.
Die Landesfürsten von NRW und Bayern, in deren Grenzen sich BenQ-Niederlassungen befinden, haben schon was von Mitgefühl und Unterstützung für die von Jobverlust bedrohten Mitarbeiter gemurmelt. Die Mitarbeiter von BenQ hatten ihre Arbeitszeit ohne Lohnausgleich von 35 auf 40 Stunden erhöht. Sie wollen jetzt Schadenersatz bei der Firma Siemens geltend machen, von der sie sich arglistig getäuscht fühlen. (bk)

Süddeutsche Zeitung