China vermisst Apple

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INQ_AppleChina.gifComputer- und Internet-Konzerne springen nach China, verursachen Skandale oder ziehen sich wieder aus dem Reich der Mitte zurück. Nur nicht Apple. Die Kalifornier machen einen auffallenden Bogen um das Land.

Neulich war mal tatsächlich die Rede von Apple und China, weil deren Partner und iPod-Produzent, Foxconn (Tochter von Taiwans Hon Hai Precision Industry Co.) verdächtig wurde, die Arbeiter in den Fabriken schlecht zu behandeln und auszubeuten. Die Situation war dann doch nicht so tragisch wie vorher kolportiert. Aber sonst entdeckt man Apple nicht in China. Im Straßenbild tauchen nur vereinzelt iPods auf. iBooks? iMacs? Ein paar Mac minis? Nope. Nie. Nada. Der simple Grund für die Abwesenheit von Apple-Systemen: Sie sind den Chinesen einfach zu teuer.
Service, Qualität, Prestige durch die Marke oder Lebensdauer und Zufriedenheit mit dem Gerät sind dort sekundäre Werte. Sehr sekundär. Da der Durchschnittsverbraucher (= Mittelklasse) weniger als 500 Euro im Monat nach Hause bringt, zählt jeder Zehner beim Computerkauf. In China kostet ein Apple aber doppelt bis viermal so viel wie ein Wintel-Gerät. Das liegt sicher auch daran, dass etwa Windows XP, Office und andere Applikationen umsonst als Raubkopie beiliegen – oder an der nächsten Ecke beschafft werden können. Ein Mac-Käufer muss in den sauren Apfel beißen und für Programme kräftig löhnen. Daher konzentriert sich Steve Jobs in Asien gerne nur auf den iPod…