SAP mit Retourkutsche gegen Oracle

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Ein böses Wort gibt das andere: Die beiden Software-Giganten verbeißen sich immer heftiger ineinander. Wo bleibt der Schiedsrichter?

Oracle hat ein starkes gutes Quartal vorzuzeigen. Die tollen Zahlen ließen Firmengründer und CEO Larry Ellison etwas übermütig werden, denn bei seiner Rede vorige Woche bewarf er Konkurrent SAP mit verbalem Dreck. Die Website setzt noch eins drauf und stellt SAP unbequeme Fragen und vergleicht die tollen Zahlen mit angeblich lahmen SAP-Ergebnissen.
William Wohl, SAP-Vizepräsident und Sprecher des Unternehmens, bezieht jetzt Stellung zu den Oracle’schen Vorwürfen: Bei näherer Betrachtung – die Zahlen für i-flex, Siebel, Portal und Oracle getrennt voneinander – sehe die Entwicklung des US-Konzerns gar nicht mehr so positiv und ungetrübt aus, argumentiert Wohl. Da schrumpfe angebliches organisches 80-Prozent-Wachstum schnell um die Hälfte zusammen. Die weitere Zahlen-Analyse und Rechenbeispiele finden Sie hier.
Auch komme SAP nicht zu spät zur “SOA Party” (service oriented Architecture) wie Ellison unterstellt. Doch die Version mySAP 2005 unterstütze heute schon SOA, hält Wohl dagegen. Die angekündigte Verschiebung der 2007er-Version habe daher nichts mit SOA-Schwierigkeiten zu tun. Es sei eher der Kundenwunsch, doch bitte nicht so häufig Updates zu fahren, der zu der Entscheidung geführt habe. Im Gegenteil: Oracle Fusion sei immer noch in der Entwicklung und stoße womöglich zuletzt zur SOA-Gemeinde dazu. (rm)