Balda warnt: Gewinneinbruch und weniger Umsatz

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Eine Schussfahrt ins Tal (minus 23 Prozent) unternahm gestern Abend die Aktie des deutschen Handyausrüsters, der gerade seine Zahlen nach unten korrigieren musste.

Balda kann dem Preiskampf nicht standhalten und schraubte soeben seine Umsatz- und Profiterwartungen für das laufende Jahr zurück. Der Nokia-Lieferant erwartet einen Gewinneinbruch um fast 60 Prozent (auf 20 Millionen Euro) und kündigt daher tiefgreifende Sparmaßnahmen an. Mit den angepeilten 450 Millionen Euro Umsatz wird es wohl auch nichts.

Obwohl die Stückzahlen stiegen, schrumpften die Erlöse. “Der Wettbewerb zwischen den Kunden Nokia, Motorola, Sony-Ericsson und BenQ hat sich verschärft. Das treibt die Preise in den Keller”, erklärte Finanzvorstand Volker Brinkmann im Gespräch mit Reuters. Zuvor hatte das Unternehmen aus Bad Oeynhausen stets nur mit geringen Rückgängen gerechnet. Balda ist die Nummer drei unter den Handyausrüstern. Branchenprimus Perlos aus Finnland gab vor kurzem ebenfalls eine Gewinnwarnung ab.

“Das Management hat Vertrauen verspielt. Balda hat in den letzten Monaten nie das geliefert, was angekündigt wurde”, kommentierte Analyst Jochen Reichert von SES Research verärgert. Zumal die Führungsspitze erst vergangene Woche die Planungen fürs Gesamtjahr bestätigt hatte.
Nun werde es wohl in Europa und Amerika zu Arbeitsplatzabbau und Standortschließungen kommen. Balda beschäftigt in Europa 3.000 Mitarbeiter, 2.000 davon in Deutschland an vier Standorten. (rm)

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