Widersprüchliche Gerüchte rund um Yahoo

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Schlechte Zahlen, gute Zahlen, Finanzprobleme, Mega-Zukäufe und Kurzarbeit – das bekannte Webportal löst beim Publikum ein Wechselbad der Gefühle aus.

Laut USA Today erwäge Yahoo, über Weihnachten und Sylvester einen Großteil seiner Belegschaft (10.500 Mitarbeiter weltweit) in den unbezahlten Zwangsurlaub zu schicken. Grund seien die aktuellen Finanzprobleme des Konzerns.

In der Vorwoche warnte Yahoo vor sinkenden Online-Werbeeinnahmen und einer voraussichtlichen Verfehlung der eigenen Prognosen für das laufende Gesamtjahr (wir berichteten). Diese Informationen stehen in krassem Gegensatz zu den relativ guten Zahlen des letzten Quartals und zu der geplanten Milliarden-Übernahme von Facebook (wir berichteten).

Offenbar hat der Internetdienstleister mit größeren Problemen zu kämpfen. So kommen zu allem Überfluss noch frische Verdächtigungen hinzu, was gewisse Klickzahlen angeht. Yahoos Beziehung zu der obskuren Website namens Oemji und deren laxer Umgang mit Online-Werbung hat Kritiker wie Sicherheitsexperten auf den Plan gerufen.

Oemji wird zum Beispiel vorgeworfen, zweifelhafte Software zu vertreiben, dubiose Klickzahlen zu generieren und überhöhte Rechnungen zu versenden. Obendrein kassiert eine Firma namens Oemtec aus Barbados 55 Prozent der Umsätze aus dem Yahoo-Oemji-Werbedeal.

Yahoo-Werbekunden wie Martin Fleischmann, Chef von MostChoice, beschwert sich, dass neunzig Prozent der in Rechnung gestellten Klicks aus Ländern wie Mongolia, Vietnam oder Honduras stamme, wo seine Firma überhaupt kein Business betreibe. So führten denn auch nur acht lausige Klicks zu echten Verkäufen. (rm)

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