Tim Berners-Lee verkündet das Web 3.0

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Er gilt als Erfinder des World Wide Web, dessen Konzept vor 15 Jahren am europäischen Forschungszentrum CERN entstand. Heute sagt er, was das Internet in 15 Jahren bringen wird.

In einem Interview der morgen erscheinenden Wirtschaftswoche sagt er, das Netz der Zukunft werde radikal anders sein als das Internet von heute. Es werde die Grenzen der fest vernetzten Welt sprengen. Den Zugang zum Web dürften schon bald mehr Mobiltelefone denn klassische Desktop-PCs ermöglichen. Und Tim Berners-Lee stellt sich das ganz plastisch so vor:
“Sie kommen abends nach Hause, gehen ins Wohnzimmer und Ihr Handy schaltet automatisch das Licht neben Ihrem Lieblingssessel ein, auf dem Plasmabildschirm an der Wand erscheinen die Bilder des großartigen Sonnenuntergangs, den Sie auf dem Heimweg fotografiert haben, und der digitale Videorekorder zeichnet eigenständig den Film auf, den Sie im Büro beim Lesen des TV-Programms auf dem Laptop markiert haben.”
Die Kommunikation zwischen den verrschiedenen Endgeräten soll unser Leben grundlegend verändern. Bevor unser Leben so einfach wird, seien jedoch noch ein paar Aufgaben zu lösen auf dem Weg zur Ambient Intelligence, der uns überall umgebenden Intelligenz des Netzes.
Der wohl zu Recht www-Erfinder genannte Berners-Lee beschäftigt sich seit fünf Jahren mit der Entwicklung des Semantic Web, einer intelligenteren Variante des World Wide Web, das Informationen in einem Ressource Description Framwork (RDF) abspeichert. Als marktreif sieht er es selbst jedoch noch nicht: “Die meisten Unternehmen beginnen gerade erst, sich mit dem Semantic Web zu befassen. Die Softwareentwickler sind wesentlich weiter. Die jüngsten Versionen der Oracle-Datenbanken beispielsweise sind schon in der Lage, Daten mit RDF-Informationen zu verarbeiten. Und auch die Bildbearbeitungsprogramme von Adobe speichern bereits Zusatzinformationen wie das Datum der Aufnahme RDF-konform ab.”
Die Zukunft muss wohl noch ein wenig warten. (bk)

Wirtschaftswoche