Kommunikationstechnik im Flieger
Vom Sinn und Unsinn vom Handy an Bord

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Nur weil wir in der Lage sind, neue Technologien zu entwickeln, heißt das noch lange nicht, dass wir sie auch einführen sollten.

Die Gier nach mehr Technik an Bord

Kommunikationstechnik im Flieger

Die Transportmittelbranche erfährt im Moment eine starke Wandlung. Man hat hier die IT-Technologie entdeckt. Bahnbetreiber, Fluglinien und Busgesellschaften gieren nun auch nach einem Stück vom High-Tech-Kuchen.

Einige der Unternehmen zielen darauf ab, die Kommunikation zwischen den Passagieren zu verbessern, andere dagegen versuchen, Kunden anzulocken. Airlines versuchen beides, weshalb auch dort die elektronische Revolution am weitesten um sich greift. Die International Air Transport Association ist davon überzeugt, dass dieser Marksektor eines seiner Ziele, nämlich die komplette Umstellung auf elektronische Tickets, bis Ende nächsten Jahres erreicht haben wird.

Die meisten größeren Fluggesellschaften zeigen größtes Interesse – sofern nicht schon konkret im Angebot – an der Möglichkeit, den Fluggästen Onlinezugriff zur Verfügung zu stellen. Trotzdem hat dies Boeing nicht davon abgehalten, seinen Boardservice Connexion by Boeing, der einen Internetzugriff anbietet, im letzten Monat zu kippen. Der Flugzeughersteller ließ verlauten, eine detaillierte Analyse habe ergeben, dass es noch keinen Markt gäbe für einen Hochgeschwindigkeitszugriff auf Internetsysteme. Ein Verlust von etwa 300 Millionen Euro sei zu verbuchen.


Kein Boeing-Internet? Dann eben Ryyan Air!

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Die Fluglinien, die bereits diesbezügliche Verträge unterzeichnet hatten, reagierten natürlich verärgert auf Boeings Entscheidung, einige verlangen Schadensersatz. Wer ist hier im Recht? Boeing und seine Marktanalyse oder die Fluggesellschaften, die zu den ersten gehören wollten, die ihre Flieger mit möglichst viel Technologie vollpfropfen?

Und auf ein weiteres Thema ist die Industrie jetzt ganz versessen: Es sollen möglich rasch Vorkehrungen getroffen werden, dass Passagiere ihre Mobiltelefone an Bord benutzen dürfen. Letzte Woche kündigte Ryanair an, es werde Mitte nächsten Jahres bereits – ganz im Einklang mit behördlichen Regeln – einen Service für Mobiltelefonie auf Flügen bereitstellen.

Vor seiner neuesten Ankündigung auf das Spektrum möglicher negativen Auswirkungen von Mobilgeräten an Bord angesprochen, soll der Geschäftsführer der Fluggesellschaft, Michael O´Leary, geantwortet haben: “Warum sollte mich das interessieren, wenn es Geld bringt?”

Vielleicht bringt es ja noch mehr, wenn O’Leary diesen Service den Fluglinien anbietet, die Boeings Dienst nicht mehr verwenden können.


Kein Sinn für Kommunikation

Kommunikationstechnik im Flieger

Nun, ich persönlich hänge leider sehr an meinem Handy. Ich fühle mich jedes Mal, wenn ich es einmal zu Hause gelassen habe, etwas verloren in der Welt.

Aber Handys, Laptops und PDAs haben ihre Zeit und ihren Platz. Den Erschaffern neuer Technologien scheint jeder Sinn für Angemessenheit verloren gegangen zu sein, wenn es um das Thema Kommunikation geht. Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem ich mich auf einem 10-Stunden-Flug befinde und meinen Nachbar ins Handy brüllen höre: “Im sitze im Flieger!”.

Technologie am richtigen Platz ist wunderbar, und jeder wird grundsätzlich Innovation begrüßen. Aber auf Technologie um ihrer selbst willen sollte man in der Lage sein zu verzichten