Erneut ein Wettanbieter festgenommen

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Peter Dicks, Aufsichtsratschef des britischen Glücksspiel-Anbieters Sportingbet, wurde gestern in New York verhaftet. Daraufhin brachen im Abendhandel die Kurse von Wettaktien ein.

Wetten, dass die Führungskräfte von Wett-Portalen bald keinen Fuß mehr in die USA sezten werden? Nachdem nun schon der zweite Manager auf diese Weise hopps genommen wurde, stürzten entsprechend die Aktien-Notierungen aller Internet-Wettbüros an den Börsen ab. Die Aktien von Sportingbet wurden daraufhin umgehend vom Handel in London ausgesetzt. Dem 64-Jährigen Peter Dicks werden übrigens Betrug und Wucherei vorgeworfen.
Wieso gehen Amerikaner gegen einen britischen (legalen) Anbieter vor? Weil der 80 Prozent seiner Umsätze US-Staatsbürgern zu verdanken hat. Außerdem war zuvor durchgesickert, dass Sportingbet den Konkurrenten World Gaming kaufen wollte (für rund 100 Millionen Euro in Aktien).
Die US-Behörden wollen den Internet-Wettbüros den Garaus machen und nahmen im Juli den Vorstandschef des britischen Unternehmens Bet on Sports, David Carruthers, fest. Gegen ihn und die Gesellschaft ermitteln die Justizbehörden seitdem wegen Betrugs und Wucherei. Ein US-Gericht hat Bet on Sports vorläufig verboten, seine Geschäfte in den Vereinigten Staaten weiter auszuüben. Das Unternehmen hat Carruthers inzwischen gefeuert und das Geschäft mit US-Spielern eingestellt.
Die US-Regierung beruft sich auf ein taufrisches Gesetz aus dem Jahre 1961. Demnach ist es verboten, das Telefon zu benutzen, um in anderen Ländern Wetten abzuschließen. Und Internet benutzt ja irgendwie Telefonleitungen – aber Kreuzzüge wurden ja noch nie besonders logisch begründet. (rm)