Appliance Google Mini 2
Indiskreter Suchzwerg

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Die fröhlich wuchernde Datenflut in Firmennetzen lässt sich oft nur noch mit einer eigenen Suchmaschine beherrschen.

Testbericht

Appliance Google Mini 2

Google ist im Internet die beliebteste Suchmaschine. Nun versucht der Softwaregigant sich auch in Firmennetzen zu etablieren. Mit der Google Mini 2 Appliance kann sich jeder Administrator sein eigenes Google ins Hausnetz stellen. Im Laufe des Tests stellt sich allerdings heraus, dass das nicht ganz ohne Risiko ist.

Google Mini, die zweite

Im Gegensatz zum Vorgänger Google Mini ist die Mini 2 geschrumpft. Sie ist nur noch halb so groß und hat endlich einen Power-Schalter. Bei der Lautstärke hat sie zugelegt, sie gehört unbedingt in den Serverraum. Alle Anschlüsse sind eindeutig gekennzeichnet, das ist sehr hilfreich bei der ersten Inbetriebnahme. Anders als bei der Mini liegen die Begleitschreiben sowie das Handbuch jetzt auch auf Deutsch vor.


Inbetriebnahme

Appliance Google Mini 2

Zur Inbetriebnahme verwendet man am besten ein Notebook und das beiliegende Crossover-Kabel. Durch die sehr gute Vorkonfiguration braucht man nur 10 Minuten, bis die Mini 2 funktionsfähig ist. Auch die Administration über Webinterface ist viel intuitiver als bei der Google Mini. Die Konfiguration des Crawlings ist kein Hexenwerk. Der Administrator bestimmt die zu indizierenden Server und Dokumente, indem er die URLs der Webserver sowie die zu crawlenden Dokumentklassen angibt. Als URL kann jede Dokumenten-Website mit der http://-Notation und als Novum bei der Mini 2 endlich auch Standard-Windows-Freigaben angeben werden. Allerdings kann dies nicht in dem bekannten UNC-Format \\Servername\Freigabename erfolgen, sondern muss als smb://Servername/Freigabename angegeben werden. Neben den URLs definiert der Administrator auch die Art der zu crawlenden Dokumente in Form von Dateiendungen. Standardmäßig sind Arbeitsdokumente wie zum Beispiel .doc, .xls, .ppt etc. vom Crawling eingeschlossen, Multimedia-Dokumente sind dagegen alle deaktiviert.

Neben einem vollständigen Crawling mit definierten Zeitplänen steht ein kontinuierliches Crawling mit Definitionen von bestimmten Aktualisierungsmustern zur Verfügung. Das Crawlen der konfigurierten Dokumente dauert im Test mit 2000 Dokumenten 10 bis 15 Minuten und ist ziemlich flott.


Sicherheit? Reine Definitionssache!

Appliance Google Mini 2

Zur Sicherheit ist festzustellen, dass die Mini bis auf die dokumentierten Ports nicht angreifbar ist und alle Pfade crawlt und googelt, die der Admin vorgibt. Der Anwender kann grundsätzlich auf alle Dokumente im Index zugreifen, auch wenn er die erforderlichen NTFS-Rechte nicht hat. Er sieht in jedem Fall die Dokumentenzusammenfassung und, wenn das Dokument im Cache der Appliance liegt, auch das ganze Dokument. Nur wenn es sich nicht im Cache befindet, leitet die Mini 2 den Anwender zum Quellpfad. Dort greifen dann wieder die NTFS-Rechte. Die einzige Möglichkeit der Inhaltsbeschränkung hat der Administrator aufgrund von Sammlungen, also Teil-Indizes des Gesamtindexes für Anwendergruppen. Eine komplexe Rechtestruktur lässt sich mit diesem Notbehelf aber nicht abbilden.

Die Suchqualitäten von Google – ob nun im Internet oder im LAN per Appliance – sind unbestritten. Die Google Mini 2 eignet sich allerdings nur für öffentliche Datenbestände, da sie die vorhandene NTFS-Rechtestruktur der Dokumente geflissentlich ignoriert. Wer Dokumentensicherheit braucht, muss happige 24 000 Euro für die teure Enterprise-Version investieren.


Testergebnis

Appliance Google Mini 2

Produktname: Google Mini 2.0

Hersteller: Google

Internet: Google Homepage
Preis ab 1600 Euro

Note sehr gut
Leistung (20%): gut
Ausstattung (20%): sehr gut
Bedienung (50%): sehr gut
Service (10%): gut

Das ist neu
– Crawling von Windows-Freigaben
– Power-Schalter
– verbesserte Administrations-Oberfläche
– Sammlungen für Benutzergruppen

Systemvoraussetzungen
Clients: alle gängigen Browser
Server: Web-/Windows-Freigaben

Fazit
Ein Supergerät, aber trotz der einfachen Bedienung gehört es nicht in Anwender-Hände. Wer nicht aufpasst, hebelt mit ein paar Mausklicks die gesamte Rechtestruktur im LAN.