IFA 2006: Krieg um MP3-Patente

PolitikRecht

Sandisk stellt seit Samstag plötzlich keine MP3-Player mehr auf der IFA aus. Hintergrund scheint ein bizarrer Streit um Lizenzen an der Technik der Geräte zu sein.

Offenbar als Ergebnis eines schwelenden Patentstreits wurden am Wochenende die MP3-Player von Sandisk auf der Funkausstellung in Berlin beschlagnahmt. Schon seit einiger Zeit streitet das US-Unternehmen mit dem Patenteverwerter Sisvel aus Italien – nun kam es offenbar zum Eklat. Sandisk gab gegenüber den Journalisten von Golem.de, die das Fehlen der Geräte zuerst bemerkten, keine Auskunft – laufende Rechtsverfahren kommentiere man nicht.

Die Patente rund um MP3-Player sind vielschichtig: Der Musikstandard wurde zwar vom Fraunhofer-Institut in Deutschland entwickelt, doch er basiert auf MPEG. Bestimmte Teile beansprucht also auch noch das MPEG-Konsortium sowie seine Rechteverwerter in verschiedenen Ländern. Zudem gibt es von Philips und auch von Thomson Patente rund um die Ausgabe von MP3 in entsprechenden Geräten. Einen Artikel, der das Dickicht ausführlich aufzeigt, gibt es bei den Kollegen von Golem.de zu lesen.

Die bei Sandisk erwarteten Geräte, die wahre Preisbrecher sein würden (wir berichteten), konnten also die Besucher der IFA nicht mehr sehen. (mk)

Mehr zur Funkausstellung sehen Sie live im IFA-Blog – natürlich berichten die Kollegen nur von den Geräten, die dort wirklich zu sehen sind und nicht nur von Ankündigungen, die dann z.B. durch Patentkriege nicht mehr gezeigt werden dürfen.

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