Schlag gegen Piraterie geht ins Wasser

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Piraterie ist ja derzeit nicht mehr ganz so beliebt in den Medien wie Terrorismus, eignet sich aber trotzdem gut für Sommerlochplomben. So auch in Argentinien.

Ein massiver Schlag gegen die Piraterie gelang den argentinischen Zollbehörden: 180.000 DVD-Rs und 801.000 CD-Rs wurden aus einem unschuldig deklarierten Fracht-Container chinesischer Herkunft gefischt. Rund 2,6 Millionen US-Dollar betrüge der Wert der Konterbande. Das berichtet unser Inquirer-Kollege Fernando Cassia live vom Ort des Geschehens. Nur: was hat der Schmuggel in Tateinheit mit Hinterziehung von Zollgebühren mit dem Phantom der Medienpiraterie zu tun? Nichts? Ganz wenig? Letztendlich ist der südamerikanische Pressewirbel ein gutes Bespiel dafür, wie auf der Basis einiger Behauptungen (bis heute ist kein kausaler Zusammenhang zwischen privater oder kommerzieller Kopie und Umsatzverlusten der Originalhersteller nachgewiesen) eine Medienmaschine geölt und in Schwung gebracht wird. Und eine Zeitungsüberschrift in der Art von “Zollpolizei führt massiven Schlag gegen heisse Luft” sorgt kaum für steigende Anzeigenumsätze, nicht wahr? [fe]

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