Taugen PCs nicht für die Arbeit?
IT im Blickfeld branchenfremder Berufssparten

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Die Art und Weise, wie man in anderen Berufssparten die IT betrachtet, zeigt am besten, was derzeit im Argen liegt.

Was hat der PC für die “wirkliche Welt” gebracht?

Taugen PCs nicht für die Arbeit?

Computer wurden erfunden für die Datenverarbeitung. Alles, was darüber hinaus geht, ist ein Bonus. Wirklich? – Für manche scheint es eher gänzlich unpassender Schnackschnack zu sein.

Im ITI Bulletin, einer Zeitschrift des Instituts für Übersetzer und Dolmetscher, las ich einen aufschlussreichen Artikel von Michael Benis. Es tut hier nichts zur Sache, was es für eine Zeitschrift war. Es hätte auch ein Blatt für Zirkus-Jongleure oder Feuerspucker sein können. Was zählt ist, dass dieser Beruf etwas mit Fertigkeiten aus der wirklichen Welt zu tun hat, und eigentlich nichts mit Computern, und dass er sich dennoch, wie die meisten Berufe, an die Computerwelt verkauft hat.

Der Artikel wirft die Frage auf: Was hat uns die IT in den letzten zwanzig Jahren gebracht? Einige der hier gewonnenen Erkenntnisse sind nicht gerade neu – dass das Internet ein wunderbares Instrument für Nachforschungen ist, zum Beispiel, und dass Übersetzer, die zu Hause arbeiten, Drahtlosnetzwerke lieben, weil sie sich dann nicht mit Ethernet-Kabelsalat herumschlagen müssen.


Notebooks taugen nix

Taugen PCs nicht für die Arbeit?

Andere Erkenntnisse sind entschieden aufschlussreicher. Notebooks wurden als “teurer, leistungsschwächer und weniger robust als Desktops” beschrieben. Auch war zu lesen, dass Notebooks bei Übersetzern, “die sie eigentlich nicht wirklich brauchen”, sehr beliebt sind.

Überraschenderweise entspricht das meiner eigenen Auffassung von Notebook-PCs, obwohl meine Kollegen nach wie vor der Meinung sind, dass man diese Geräte mit ihren lächerlich kleinen Tasten, Minibilschirmen, unpraktischen Zeigegeräten, abgeschnittenen Datenblättern und hoffnungslos überzogenen Preisen unbedingt haben muss.

Wenn Sie dies für eine zu harsche Kritik halten, lesen Sie, was Benis von Scannern und OCR-Software hält. Scanner wurden beschrieben als “kaum mehr als ein halber Kopierer oder ein Faxgerät”. OCR-Software ist für ihn höchstens gut zum “Wörter zählen, wo die Erkennungsgenauigkeit keine Rolle spielt.”


Seltsame Übersetzungen

Taugen PCs nicht für die Arbeit?

Wesentlich wohlwollender, als man vielleicht erwarten könnte, sprach man dagegen über Computerübersetzung und Spracherkennung. Dabei sind Computerübersetzungen angeblich am besten geeignet für Aufgaben wie die Übersetzung kanadischer Wetterberichte, während Spracherkennung “ein ausgezeichnetes Mittel ist, um Stress zu vermeiden.” Die beiden letzten Optionen sind symptomatisch dafür, wie die Computertechnik auf einen Beruf übergreift, der keinen optimalen Nutzen aus ihr ziehen kann.

Neulich erhielt ich den Lebenslauf eines französischen Bewerbers, der sich selbst als “vedette” bezeichnete – eine saloppe französische Bezeichnung für so etwas wie einen “jungen Star der Szene”. Leider benutzte er für die Übersetzung ein Computerprogramm, das eine etwas wörtlichere Bedeutung des Begriffs “vedette” verwendete, nämlich den Begriff “high-speed motorboat”. Der junge Mann hatte sich also ungewollt als “Schnellboot” bezeichnet.

Solche Ergebnisse können kaum verwundern, wenn man einen Hammer verwendet, um eine Schraube in die Wand zu drehen.

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