Erster Online-Streik: Händler boykottieren eBay

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INQ_ebayBoykott.jpgÜber hundert britische Profi-eBay-Händler nahmen an einer Protestaktion gegen das Online-Auktionshaus teil. Auslöser waren eine saftige Gebührenerhöhung (bis fast zum Dreifachen) und ein neues verkorkstes Suchsystem.

Das dürfte ein klassisches Eigentor werden: Wer im britischen eBay-Shop einen Begriff eintippt, erhält nur dann Ergebnisse, wenn die Trefferliste weniger als 30 Ergebnisse auswirft. Hä? Genau das dürfte auch der erste Gedanke vieler Händler gewesen sein. “Wir glauben, dass die hohe Zahl an Suchergebnissen für den Einkäufer schlecht ist. Sie haben uns geschildert, dass sie einfach nicht finden, was sie leicht und schnell kaufen wollen”, rechtfertigt das Online-Unternehmen die Änderungen.
Um die Stimmung gleich ganz zu töten, erhöhte eBay schnell noch die Gebühren. “Das wird uns Verkäufer viel kosten. Auch die Käufer dürften dadurch unterm Strich mehr bezahlen, da die Verkäufer ihre Preise hochschrauben werden, um die Erhöhung zu kompensieren”, meckerte ein eBay-Händler im Forum des Portals. Händler vermuten hinter der Preiserhöhung den Versuch, sie nun auf eBay Express abzudrängen. Dort gibt es keine Versteigerungen, die Produkte werden zu Fixpreisen verkauft.
“Wir haben unsere Gebühren nicht erhöht, um eBays Einnahmen zu steigern, sondern um unsere Mitglieder dazu zu ermutigen, lieber Gebrauch von den Kernangeboten zu machen”, erklärte Rosie Johnson vom eBay Power-Seller-Team gegenüber Business Week. Hat das jemand verstanden? (rm)