Regulierer fordert von Telekom Gespräche mit Konkurrenz

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Die Deutsche Telekom soll sich nach dem Willen von Chefregulierer Matthias Kurth selbst mit ihren Konkurrenten über deren Zugang zu ihrem Hochgeschwindigkeitsnetz (VDSL) einigen.

Der Präsident der Bundesnetzagentur bekräftigte in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Interview mit der Financial Times, er befürworte eine Lösung ohne einen regulatorischen Eingriff seiner Behörde. “Ein Netz wird wertvoller für den Betreiber, je mehr Menschen es nutzen. Ich plädiere daher für Gespräche der Telekom mit den Wettbewerbern”, so Kurth.
United-Internet-Chef Ralph Dommermuth hatte vergangene Woche bestätigt, es gebe Sondierungsgespräche mit der Telekom. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hatte nicht ausgeschlossen, dass Konkurrenten das Netz nutzen können, aber zu Kondititionen der Telekom. Das Netz muss nach Ansicht der Bundesnetzagentur und der EU-Kommission nur dann nicht reguliert werden, wenn darüber neue Produkte angeboten werden, die nicht mit den herkömmlichen DSL-Übertragungsgeschwindigkeiten denkbar sind. “Hochinnovative Qualitätsprodukte, die einen neuen Markt schlüssig begründen sollen, sind uns von der Telekom bisher noch nicht vorgestellt worden”, warnte Kurth. Triple Play – die Verbindung von Telefonie, Internet und TV über eine Leitung – erfülle diese Voraussetzung jedenfalls nicht. “Das geht auch über ADSL2+ – und wird von den Wettbewerbern in Europa schon angeboten”, ergänzte der Chefregulierer.