Netzwerk-Alternative Powerline besser als ihr Ruf
Und es geht doch – das Non-plus-Ultra beim Plug-and-Play

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Neue Powerline-Switches machen den Aufbau eines Netzwerks über die Steckdose zum Kinderspiel.

Bisher zu viel Mist auf diesem Markt

Netzwerk-Alternative Powerline besser als ihr Ruf

Es gehört einfach zu meinem Job, mir viele Netzwerkprodukte anzusehen. Obwohl alle mit leichter Bedienbarkeit prahlen, trifft dies tatsächlich nur auf wenige zu und sogar diejenigen, die für Telearbeiter und Zweigniederlassungen gedacht sind – also wirklich einfach in Betrieb zu setzen sein müssen -, können sich dessen kaum rühmen. Kürzlich aber wurde mir ein Produkt zugeschickt, das wahrhaftig nach dem Prinzip: auspacken -einstöpseln – loslegen funktioniert. Das war Anlass genug, meine Einstellung zu einer Netzwerktechnologie zu überdenken, um die ich bis dato nach Möglichkeit einen Bogen gemacht habe.

Es geht um den Aufbau von Netzwerken über die Steckdose – Powerline Networking – weltweit auch als HomePlug bezeichnet, obwohl der englische Begriff Powerline wohl in Deutschland erfunden wurde – bei dem Datensignale über das Stromnetz übertragen werden und nicht mittels einem eigens dafür gedachten Kabel-Netzwerk. Warum habe ich mich immer davor gedrückt? Es waren die unendlichen Varianten dieser Systeme in der Vergangenheit, die sich alle als langsam, unzuverlässig und reine Geldverschwendung erwiesen haben.


Überraschung – es geht doch!

Netzwerk-Alternative Powerline besser als ihr Ruf

Die neuesten Produkte aber scheinen bessere Erfolgs- aussichten zu haben. PC-Professionell-Redakteure haben die neuesten schon getestet – suchen Sie in pcpro.de nach dem Suchbegriff “Powerline”, und Sie finden die aktuellesten – doch ich hatte die neuen positiven Ergebnisse nicht geglaubt.,

Ich musste aber mein Netzwerk in Windeseile auf ein höher gelegenes Stockwerk erweitern – deshalb fiel eine Verkabelung aus. Drahtlos wäre eine akzeptable Alternative gewesen, aber man hätte dafür einen WLAN-Signalverstärker oder einen anderen Access Point mit Brückeneigenschaften benötigt – und keines dieser Dinge war zur Hand. Allerdings war mir von Netgear ein XE104 Wall-Plugged Ethernet Switch zum Test geliefert worden – ein Vier-Port Ethernet-Switch mit einem Stecker mit drei Steckerstiften auf der Rückseite. Ich hatte sogar zwei davon bekommen, und laut Waschzettel auf der Verpackung musste ich nur ein Gerät im unteren Zimmer und eins im oberen Zimmer einstöpseln, um ein Netzwerk aufzubauen.

Etwas skeptisch ging ich ans Werk und – kein Grund zum Fluchen – es funktionierte. Man brauchte nichts zu konfigurieren und musste nur warten, bis auf beiden Seiten das blaue Licht aufleuchtete. Und siehe da, die beiden Switches waren über die Stromleitung verbunden. Außerdem waren sie an stabile 85Mbit/s angebunden, viel mehr als ich je von WLAN-Verbindungen bekommen hatte – einschließlich der neuesten Geräte, die dem Standard 802.11n entsprechen. Auch wenn die Kollegen über die Leistungsfähigkeit des n-Standards frohlocken – die Powerline-Verbindung war schneller.


Von Hackern noch nicht entdeckt

Netzwerk-Alternative Powerline besser als ihr Ruf

Abgesehen von der zusätzlichen Bandbreite gibt es noch weitere gute Gründe, sich für Powerline statt Wireless zu entscheiden. Im Gegensatz zu den WLANs ist Sicherheit kaum ein Thema, es sei denn man glaubt, dass die Hacker ihre Schnüffelnasen in Stromleitungen stecken und versuchen, Signale aus den (undeutlich) ausgestrahlten Signalen herauszulesen. Selbst in so einem Fall sollte die eingebaute DES-Verschlüsselung (Data Encryption Standard ) schlaflose Nächte verhindern.

Und schließlich ist es kinderleicht zu installieren – wirklich eine Plug-and-Play-Vernetzung, die ihren Namen verdient.

Sie sollten aber nicht Ihren ganzen drahtlosen Kram zugunsten der Powerline-Alternativen auf den Müllhaufen werfen. So ist die Anzahl der Knoten, die unterstützt werden können, begrenzt. Aber zur Erweiterung eines LANs, das Netzwerke miteinander verbindet und für zeitweilige Installationen haben die Powerline Produkte viel zu bieten.

Dass eine solche Aussage jemals aus meiner Feder fließt, hätte ich nie gedacht – aber man soll niemals Nie sagen.