Happy Birthday PC! – eine Success-Story
Ein Vierteljahrhundert Erfolg durch offene Architektur

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Eine offene Architektur, die auch Innovationen Dritter unterstützt, ist eins der Geheimnisse für die Langlebigkeit der PCs. Vor genau 25 Jahren trat IBM diese Revolution los.

Nicht der erste Desktop, aber der erste offene

Happy Birthday PC! – eine Success-Story

Als “Big Blue” IBM vor genau 25 Jahren seinen ersten PC auslieferte, hat das Unternehmen eine Standardplattform für die Industrie definiert und ein Design von bleibender Akzeptanz geschaffen. Vorher bestand der größte Teil von Computern aus nur einem Stück. Der PC mit separatem Monitor, Tastatur und Systemeinheit wurde zu einem Modell, an das sich die Systemgestalter noch heute halten.

Man sollte aber bedenken, dass der IBM PC keinesfalls der erste Desktop-Computer war. Apple brachte 1977 den Apple II auf den Markt, auf den sich viele Nutzer gestürzt hatten, insbesondere nachdem die Firma Software Arts mit VisiCalc das erste Tabellenkalkulationsprogramm der Welt entwickelt hatte, das auf dem Apple lief.

Es gab auch noch eine Reihe weiterer unternehmens- orientierter Desktops Anfang der 80er, die damals mit dem CP/M Betriebssystem liefen. Dazu gehörten die Research Machines 380Z und der Osborne 1, der erste wirklich tragbare Computer. Warum machte IBMs Design das Rennen und hat all die anderen frühen PCs für die betriebliche Anwendung überdauert? Können die heutigen IT-Firmen daraus etwas lernen?


IBM machte die Not zur Tugend

Happy Birthday PC! – eine Success-Story

Einer der ziemlich naheliegenden Gründe für den Siegeszug des PCs ist: Er kam von IBM. Damit bot er den Kunden das beruhigende Gefühl, dass man von einer gut eingeführten Weltmarke kauft, die sich in der Computerindustrie bereits ihre Sporen verdient hat. Dies aber als einzigen Grund anzuführen, heißt, einige wesentliche Fakten zu übersehen.

IBM hat andere Entwickler ermutigt, Software für das neue System zu schreiben – und nicht einfach erwartet, dass die Kunden nur Anwendungen von IBM selbst kaufen, wie es bei den Großrechnern Usus war. Dadurch konnte sich schnell ein Markt für neue Anwendungen entwickeln, wie z.B. das legendäre Tabellenkalkulationsprogramm 1-2-3 von Lotus. Das lockte die Kunden mehr an den PC als zu anderen Systemen.

Dann gab es noch die Entscheidung seitens IBM, den ursprünglichen PC mit Komponenten von der Stange zu bauen anstatt den eigenen Prozessor und andere Chips zu verwenden. Es scheint, dass IBM hierbei aus der Not heraus handelte, denn man wollte die Kosten niedrig halten und das neue Produkt so schnell wie möglich auf den Markt bringen.


Die Geburt der Clones

Happy Birthday PC! – eine Success-Story

Aufgrund dieser Entscheidung zur preiswerten Produktion – und zur Offenheit – konnten Dritte einen Computer mit denselben Komponenten zusammenbasteln – und damit war der PC-Clone-Markt geboren. Schon bald hatten sich viele Hersteller wie Compaq mit dem Verkauf von IBM-kompatiblen Geräten, die billiger als IBMs waren, etabliert.

Keine geschichtliche Betrachtung über die PCs wäre vollständig ohne Microsoft und Intel zu erwähnen. Natürlich hat Microsoft nur zu gern Kopien seines Betriebssystems sowohl an Endkunden als auch PC-Clone-Hersteller verkauft und Intel witterte eine Chance, seine Chipverkäufe zu erweitern.

Intel war absolut wichtig für den Erfolg des PCs, da das Unternehmen Nachfolgechips für den 8088 produzierte, die mit der gleichen Software laufen konnten, aber höhere Leistung boten. Vielen anderen Computerplattformen fehlte so eine Upgrade-Schiene und schließlich trennten sich die Kunden davon. Eine Riesen-Industrie entstand – unv von ihr leben auch heute noch viele Menschen.

Ursache für den Erfolg des PCs ist also eine Kombination aus attraktiver Preisgestaltung, weitreichender Unterstützung der Industrie und einer offenen Architektur, die es Drittanbietern ermöglicht, diese zu erweitern. Nach 25 Jahren ist dies noch immer ein bedeutsames Lehrstück für die Branche. Wer nicht offen ist, verliert mehr als nur den Kultstatus – Happy Birthday PC!