Lenovo macht Fortschritte – aber die Zahlen müffeln verdächtig

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Man schöpft gleich Verdacht, wenn etwas zu gut aussieht, aber bei weitem nicht so gut riecht. Lenovos beeindruckender Gewinnsprung des abgelaufenen Quartals im Vergleich zum Vorjahr hat irgendwo ein H2S-Leck.

Es ist etwas faul im Staate Lenovo: 38 Prozent Umsatzsprung (auf nun 2,8 Milliarden Euro) in nur einem Jahr? Wo PC-Desktop-Systeme wie Blei im Regal liegen? Nope, da muss ein toter Hund begraben sein. Richtig, bestätigen die Fährtensucher von Gartner gestern Abend: Da die zugekaufte PC-Division erst voriges Jahr in die Lenovo-Bilanz einfloss, fehlten gut vier Wochen der IBM-Umsätze im damaligen Quartal. Dieses Jahr zählten alle Bereiche voll, was die tollen Zahlen ganz klar als Sondereffekt der Umstellung entlarvt.

Von dem “grandiosen Wachstum” bleibt dann de facto eine 14 Prozent höhere PC-Auslieferungsquote bei sinkenden Margen übrig. Von Gewinn könne ohnehin keine Rede sein. “Lenovo hat immer noch viel Arbeit vor sich, um eine starke Marke und optimale Firmenprozesse aufzubauen”, merkte Gartner-Senioranalyst Joy Shao an. (Robert Jaques/rm)

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