Kein ewiger Jungbrunnen für Programme
Gesundes Geschäftsdenken erfordert ein Haltbarkeitsdatum für Software

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Die Lebensdauer von Software wird immer kürzer. Für Mark Samuels liegt die Ursache darin, dass immer mehr Firmen Anwendungen kaufen, die ganz gezielt für einen bestimmten Zweck konzipiert sind.

Zermürbende Software-Erneuerung in alten Strukturen

Kein ewiger Jungbrunnen für Programme

Wie lange sollte Software halten? Ein paar Monate, ein paar Jahre, oder gar einige Jahrzehnte? Das ist schwer zu beantworten. Anwendungen werden programmiert, um unterschiedliche Funktionen zu erfüllen. Einige Tools erledigen kurzfristige Aufgaben, andere sind eher auf langfristige Ziele ausgerichtet, etwa die Integration von Systemen und Abteilungen. So oder so: IT-Experten wissen sehr wohl, dass jede Anwendung gut genug ist, um ihre Aufgabe länger zu erfüllen als das in den meisten Fällen erwünscht ist.

Der Sektor Finanzdienstleistung ist beispielsweise bekannt für seinen Einsatz altgedienter Systeme, dessen Erneuerung ein zermürbender Prozess sein kann. Vom IT-Personal, das solche Systeme auswechseln muss, hört man immer wieder: “Eigentlich war es für ein paar Monate gedacht, aber jetzt arbeiten wir bereits Jahre damit”. Wer in der Banking-Branche arbeitet, weiß, dass die Genehmigung neuer Funktionen dort manchmal Monate wenn nicht gar Jahre dauern kann.


Vom Legacy-Systemen zu Wegwerfprogrammen

Kein ewiger Jungbrunnen für Programme

Die Autoren Gannod und Cheng schrieben bereits 1993 in einer Wirtschaftszeitschrift, dass Software-Wartung vor allem dann ein unangenehmer Job für die zuständigen Systemingenieure ist, wenn die Software schon zwischen 10 und 15 Jahre alt ist. Ihre Analyse gibt eine Vorstellung davon, mit welchen Schwierigkeiten IT-Abteilungen konfrontiert sind, wenn sie veraltete Anwendungen verwalten sollen. Aber der Artikel ist 13 Jahre alt, und seitdem haben den IT-Manager zusätzlich noch andere Entwicklungen eingeholt – beispielsweise der Internet-Boom, die epidemieartige Verbreitung des Outsourcings und die Implementierung mobiler Geräte.

Immer mehr Firmen beginnen allmählich, Software als einen Service anzusehen, der ganz bestimmte betriebliche Erfordernisse erfüllen muss. Die Analysten von Gartner sagen voraus, dass bis 2010 mehr als 80 Prozent aller neuen Anwendungen aus einzelnen Dienstleistungs-Komponenten bestehen werden und sich die Dauer eines sinnvollen Einsatzes einer Anwendung weiter verkürzen wird, bis hin zur Entwicklung von Ultrakurzzeit- und Wegwerf-Anwendungen.


Made in Germany? Besser nicht!

Kein ewiger Jungbrunnen für Programme

Es sieht also so aus, als ob die Ära 15 Jahre alter Software, die im Backoffice vor sich hindämmert, bald Vergangenheit sein wird – oder bereits ist.

In der britischen Computing war kürzlich zu lesen, dass das britische Patentamt lokale Unternehmen dahingehend berät, wie man es anstellt, Patente leichter durchzubringen. Diese neuen Strategien werden vor allem für die IT-Industrie von Bedeutung sein, da es Erfinder und kleinere Firmen sind, die die Tools für das Wegwerf-Zeitalter liefern.

Also fragen wir noch einmal: Wie lange denken Sie, sollte Software halten? Wenn Sie jetzt an die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit von Werkzeugen “made in Germany” denken, werden wohl zu den ewig Gestrigen gehören.