Das Web als neue Heimat der Menschen

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Geht es nach den Teilnehmern einer von 1&1 veranstalteten Podiumsdiskussion, wird das Internet zum wichtigsten Kommunikationsmedium mutieren, vor TV, Radio und Print. Matthias Greve, Vorstand der 1&1 Internet AG, bezeichnet das Internet schon jetzt als neue Heimat für den Menschen. Geistig wohnen bereits viele in “ihren” Internetportale, die wesentliche Grundbedürfnisse abdecken würden. Berühmtes Beispiel: MySpace.

Die Technologien würden immer weiter in den Hintergrund treten, während Anwendungen und die Nutzer mehr an Bedeutung gewinnen. Stephan Urbacher, Gründer der Internetplattform Qype, hat beobachtet, dass Nutzer bereits sehr bewusst kontrollieren und entscheiden, mit wem sie sich vernetzen.
Kai-Uwe Weidlich, Medienexperte und -psychologe vom Medieninstitut Ludwigshafen, kann dem nicht zustimmen: “Der Mensch sehnt sich nach einer physischen Heimat.” Daher sieht er nicht die Social Networks, sondern die Partnerbörsen und Spieleplattformen an Bedeutung gewinnen.
Nach Meinung von Jochen Diebel, Vorstandsvorsitzender des Interessenverbandes Deutsches Internet (IPI), würden zugunsten des Kommerzes lediglich Prioritäten verschoben, um die Menschen dahin zubringen, wo man sie gerne hätte. “Internetportale können zur Vernachlässigung der sozialen Kontakte führen, denn auch das Internet kann süchtig machen.” (rm)