Alarm: Die USA drohen den “Social Networks” mit Verbannung

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INQ_SocialNetBan.jpgKaum etwas ist unter Teenies momentan so beliebt wie die Freundeskreise und -netzwerke im Internet. Doch der gigantische Erfolg von MySpace, Bebo, Facebook, Friendster & Co. ruft die traditionell aufmerksamen Moralwächtern aus dem “Bibelgürtel” der Vereinigten Staaten auf den Plan.

Zunächst verbannten viele Schulen die Sozialnetze von ihren Rechnern. Das kann man noch nachvollziehen, da dieses Hobby ein sehr zeitraubendes ist und kaum Platz für Lernstoff lässt. Aus ähnlichen Motiven folgten die Bibliotheken diesem Beispiel. Doch nun haben die konservativen Kräfte des Landes die Verbannung der Sites auf ihre Fahnen geschrieben und versuchen es über ein Gesetz. Der “Deleting Online Predators Act” (DOPA) war eigentlich gedacht, die Aktionsmöglichkeiten von Pädophilen im Internet zu beschränken, wurde aber mittlerweile bewusst so formuliert, dass sich damit auch Social-Networks-Websites vom Netz nehmen lassen – “nur zum Schutz der Jugendlichen”. Schließlich könnten Pädophile hier “auf die Jagd” gehen und sich anhand der Nutzer-Profile ein Opfer herauspicken. Mit diesem Argument wären natürlich eine Menge Publikationen zu verbieten (z.B. Jahrgangsbücher).
DOPA wurde von der Mehrheit des Repräsentantenhauses am 26. Juli bereits abgenickt, muss aber noch im August vom Senat bestätigt werden. In den Reden vor der Abstimmung wurde durchaus erwähnt, dass eines der Ziele sei, die MySpace-Treffpunkte einzuschränken oder gar gezielt zu blocken, etwa in allen staatlichen Einrichtungen. Kritiker befürchten nun, dass viele populäre Sites dem Gesetz zum Opfer fallen könnten. Welche, dass darf dann die FCC (Federal Communications Commission) frei definieren, was unglaublich viel Raum für blinden Aktionismus lässt. Die Vorgabe lautet: jede Site, die ein Profil und seine Veränderung, die Chats oder andere persönliche Informationen zulässt. Das würde also auch auf Slashdot, YouToube, Amazon, alle Weblogs, Wikipedia und tausende andere zutreffen. DOPA wäre also in den falschen Händen ein mächtiges Werkzeug und könnte ähnlich ausarten wie seinerzeit die neun Jahre währende Kommunistenjagd unter McCarthy. Da bleibt nur eines zu wünschen: Good night & good luck. (rm)