EMI pfeift auf Warner (Update)

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INQ_EMI_Warner.jpgDie mögliche Fusion zwischen den bei Musikgiganten scheint nun endgültig gescheitert. Oder ist das nur ein geschickter Schachzug, um sich von hinten nochmals (feindlich) anzuschleichen?

Der Musikkonzern EMI gibt seine Bemühungen um die Übernahme des Erzfeindes, äh Wettbewerbers, Warner Music endgültig auf. Schade, denn die beiden Unternehmen hatten sich seit Jahren mit gegenseitigen Übernahmedrohungen und Fusionsangeboten von je 4 bis 5 Milliarden Euro geärgert (wir berichteten). Nun geht uns ein schönes Dauerthema flöten.
Für beide Medienkonzerne wäre eine Fusion von Vorteil gewesen, um wieder mehr Schlagkraft auf dem internationalen Markt zu massieren. Letztlich dürfte ein jüngst veröffentlichtes EU-Gerichtsurteil, das den Zusammenschluss von Bertelsmann und Sony nachträglich infrage stellte, den Ausschlag für EMIs Rückzug gegeben haben. Im Zuge des Urteils hatten die Richter die kartellrechtliche Freigabe eines weiteren Zusammenschlusses in der Branche angezweifelt, was bei den Major Labels für großes Aufsehen sorgte. Diese sehen gerade in Fusionen die einzige Möglichkeit, um zu überleben (was Besseres fällt denen nie ein). Vielleicht gar nicht so schlecht, wenn dadurch mehr Luft im Markt für Independents und kleine Web-Plattenverlage entsteht.
(rm)