Computer sind für Faulpelze
Faulheit ist die Mutter aller Erfindungen

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Von Steuertabellen bis zu hochkarätiger Wissenschaft – Computer wurden geschaffen, um Faulpelzen das Leben zu erleichtern.

Mühsal führte zum PC

Computer sind für Faulpelze

Ich vertrete die Theorie, dass alle wirklich großartigen Erfindungen von menschlichen Wesen erschaffen wurden, die entweder zu faul, zu schwach oder zu feige waren, um die Dinge so zu tun “wie sie schon immer getan wurden”.

Wozu das Rad erfinden? Damit der Transport von schweren großen Lasten viel einfacher wird. Wozu Gewehre erfinden? Weil der Mensch zu feige war, um den Kampf von Angesicht zu Angesicht zu führen. Und wozu die Erfindung von Rechenautomaten? Weil der Mensch zu faul war, mathematische Tabellen von Hand zu errechnen.

Das letzte Beispiel war tatsächlich der Beginn für die Computerherstellung – als der gefeierte Mathematiker Blaise Pascal entschied, dass es einfacher für seinen Vater, einen Steuerbeamten wäre, die Steuertabellen mit einer Art von Gerät zu erstellen als diese mühselig zu berechnen.


Viel Hirnarbeit für die Entlastung der grauen Zellen

Computer sind für Faulpelze

Etwa ein Jahrhundert nach Blaise Pascals Rechenarbeit hat Charles Babbage den gleichen Gedankengang vollzogen und komplexere Berechnungstabellen entwickelt.

Wieder ein halbes Jahrhundert später wandte Alan Turing das gleiche Prinzip in Bletchley Park an, um deutsche Codes schneller zu knacken.

So denken die Briten, dass Computer ihre Idee sind.. Aber eigentlich war der erste Rechner schon von Konrad Zuse, allerdings zu Beginn der Nazi-Zeit, die man gerne auysblendet, gebaut worden: Die Z1, deren Funktionsweise man jetzt noch auf dieser Website nachvollziehen kann.. Der erste große Röhrencomputer “Colossus“, der auf Turings Forschungsarbeiten aufbaute, startete erst 1943 seine Arbeit. später entstand der Röhrenkomplex Eniac. Schon damal gab es Rechenfehler – weil ein Käfer auf den warmen Röhren hauste. Seither hält sich der englische Begriff “Bug” für fehlerhafte Computer und Software.

Ein Jahrzehnt später wurde der erste “richtig” eingesetzte Computer an das amerikanische Bundesbüro für die Durchführung von Volkszählungen verkauft, um den Rücklauf der Formulare schneller tabellarisch verarbeiten zu können – die Firma, die dies umsetzte, heißt heute IBM.


Die Elektronik ist einfach nur schneller

Computer sind für Faulpelze

In allen Fällen wurden elektronische Computer eingesetzt, um auf die Faulheit derjenigen zu reagieren, die sich mit Aufgaben herumschlagen sollten, die einfach zu zeitraubend waren, um sie auf traditionelle Weise zu erledigen.

Und diesen Prozess setzen wir heute fort. Moderne Computer werden selten dafür verwendet, etwas Neues zu tun oder etwas auf neuartige Weise zu erledigen. Ich verwende meinen Computer in erster Linie zum Schreiben – weil ich zu faul bin, mit einem Stift zu schreiben, zu faul, mich mit einer Schreibmaschine abzuquälen und es außerdem hassen würde, einen ganzen Artikel oder ein Buch noch einmal zu komplöett zu tippen, nur weil ich eine geringfügige Änderung vornehmen will.

Computer erleichtern das Leben der Faulpelze eben ungemein. Die Lösung fast jedes mathematischen Problems, die jetzt ein Computer gibt, war auch ohne ihn bereits bekannt: Mit dem Computerprogramm bekommt man die Antwort eben nur schneller und ohne große Anstrengung.


Gefragt: Hirnschmalz trotz Zahlenzauber

Computer sind für Faulpelze

Die hochkarätige Wissenschaft – manchmal als die eigentliche Domäne der Zahlenzauberer betrachtet – gründet sich auf die Mathematik eines Isaac Newton zu Zeiten der Pest. Das einzige, was die Computer fertig bringen, ist die Verarbeitung dieser Zahlenwerke zu erleichtern.

Sogar auf die Geometrie trifft das zu. Das berüchtigte Vierfarbentheorem – welches besagt, dass jede Landkarte mit nur vier Farben koloriert werden kann ohne dass zwei benachbarte Gebiete die gleiche Farbe aufweisen – wurde mittels eines Computerprogramms bewiesen. Aber das Programm hat einfach nur Tausende von möglichen Konfigurationen der Landkarteneinfärbung in einem Bruchteil der Zeit durchforstet, die eine Armee von Mathematikern dazu gebraucht hätte. Es wurde eine Lösung erzeugt – aber nur auf eine mechanistische Art und Weise. Der Vorteil bestand darin, dass eine große Anzahl von faulen Mathematikern davor bewahrt blieb, ausnahmslos jeden Einzelfall selbst zu testen.

Aber es gab einen Gegenschlag auf Kosten der Faulpelze. Das Computerprogramm und das Ergebnis mussten verifiziert werden. Und dafür durften sich die faulen Mathematiker nur auf Bleistift und Papier verlassen. Die Computer können uns nicht aller unserer intellektuellen Bürden entheben!

Und wer weiß, wie viele kleine Fehler in Programmen und Tabellenkalkulationen wie Excel stecken können, weiß, dass er aufgrund von Rechenfehlern schnell Bankrott sein kann – menschliches Denken ist also immer noch gefragt!