Kostenlose Software für verstärkte Internet-Anonymisierung

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Dresdner Informatiker haben die Anonymisierung verschärft: Verteilte Proxyserver und Kryptografie sollen der EU-Verordnung zur Vorratsdatenspeicherung ein Schnippchen schlagen.

Eine Forschungsgruppe unter Leitung von Professor Andreas Pfitzmann von der Technischen Universität Dresden arbeitet an einer Software, die über die Fähigkeiten bisheriger Anonymisierungsdienste hinausgehen soll. Die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung sieht vor, dass Verbindungsdaten jedes Telefonats mindestens sechs und bis zu 24 Monate lang gespeichert werden sollen; auch die Internet-Verbindungen und die zugehörigen IP-Adressen sollen so protokolliert werden. Was die EU jetzt verordnet, ist in den USA schon längst Usus – dort wird es unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung gehandelt.

Was die neue Lösung bisherigen Anonymisierern voraus hat, ist, dass nicht einmal die Verbindung zu einem Anonymisierungsdienst in irgendeinem Logfile – etwa des Anonymisierers – landet. Die Möglichkeit, dass sich Geheimdienste oder Kriminelle in diese Proxyserver einklinken, um dann hier Daten zu sammeln, brachte Professor Pfitzmann auf die Idee, die Verbindungsdaten mit Software zu chiffrieren und über mehrere Proxys hinweg die Daten zu verändern – und so die Spuren zu verwischen. Während der Zugriffe verwenden mehrere Nutzer die gleiche IP-Adresse, wodurch einzelne User nicht mehr auseinanderzuhalten sind.

Das Programm ist kostenlos im Internet zum Download erhältlich. Die Dresdner Informatiker machen jedoch darauf aufmerksam, dass während der Entwicklungs- und Testphase noch keine maximale Sicherheit gewährleistet werden kann. (mk)

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