AOL-Gründer: Eine Runde Mitleid für Time Warner

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Steve Case, einer der Mitbegründer von AOL, hat sich jetzt im Nachhinein für die Fusion zwischen dem Internet-Provider und dem Medienkonzern Time Warner entschuldigt. Wie Case in einem Interview mit US-Journalist Charlie Rose darlegte, bedaure er es sehr, dass es 2001 zu diesem Schritt gekommen war. Auch sei er sehr deprimiert darüber, dass sich AOL nicht wie gehofft entwickelt habe. Hat irgendjemand einen ironischen Unterton in den Aussagen entdeckt?
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Der Zusammenschluss zwischen AOL und Time Warner gilt als einer der größten Irrtümer in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte und dürfte rund 160 Milliarden Euro an Werten vernichtet haben. Case wurde 2003 als TimeWarner-Chairman entmachtet und stieg 2005 komplett aus dem Verwaltungsrat des Medienriesen aus. Im vergangenen Jahr hatte Case in einem Zeitungsbericht in der Washington Post angeregt, dass Time Warner sich wieder von AOL trennen solle. Er unterstützte damit den Kurs des Großinvestors Carl Icahn, der seit längerem eine Aufspaltung des Konzerns fordert.

Time Warner werde nun am 2. August eine neue Strategie bezüglich AOL diskutieren. Dabei wird auch eine kostenfreie Nutzung des AOL-Services angedacht. (rm)